Von der Vision zur Serienreife

Es begann mit einer Idee, die mancher für mutig, andere für verwegen hielt. 2016 präsentierte das junge Unternehmen erstmals den Microlino der Öffentlichkeit. Der Plan war damals denkbar einfach: Falls sich mindestens 500 Reservierungen ansammeln würden, könnte man eine Kleinserie auflegen. Man wollte es zumindest versuchen.

Acht Jahre später ist aus diesem bescheidenen Vorhaben eine handfeste Erfolgsgeschichte geworden. Im Werk bei Turin rollte kürzlich der fünftausendste Microlino vom Band. Das Zehnfache der ursprünglichen Zielmarke. Oliver Ouboter, einer der Gründer, erinnert sich noch genau an die anfängliche Zurückhaltung. Dass man heute das zehnfache Volumen erreicht hat, hätte er sich damals nicht träumen lassen.

Ein besonderes Fahrzeug zum besonderen Anlass

Dass ausgerechnet die Nummer 5.000 kein gewöhnliches Serienmodell ist, macht den Moment noch bemerkenswerter. Ein Unikat in mattem Bronze-Metallic mit schwarzen Designakzenten wurde gefertigt – nach den individuellen Wünschen einer Kundin. Sogar ihre Initialen sind direkt in die Sitze eingearbeitet. Dieses Fahrzeug markiert nicht nur eine Produktionszahl, es steht sinnbildlich für die Entwicklung, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren durchlaufen hat.

Maßarbeit statt Massenproduktion

Seit etwa einem Jahr können Kunden ihren Microlino nach eigenen Vorstellungen konfigurieren. Mehr als 200 individuell gestaltete Fahrzeuge sind seither entstanden. Möglich wird dies durch die Produktionsstruktur vor Ort. Im Werk von AMFI in La Loggia bei Turin treffen moderne Serienfertigung und handwerkliche Veredelung aufeinander. Ein eigens eingerichtetes Atelier erlaubt es, Sonderwünsche direkt umzusetzen – von exklusiven Farbtönen bis hin zu persönlichen Details.

Michelangelo Liguori, der Geschäftsführer von AMFI, beschreibt diese Flexibilität als etwas Besonderes. Dass auf derselben Linie sowohl Serienmodelle als auch handgefertigte Unikate entstehen können, sei sonst eher bei Sportwagenherstellern anzutreffen.

Made in Italy mit Schweizer Wurzeln

Die Entwicklung des Microlino erfolgte in der Schweiz. Produziert wird er jedoch in Italien – genauer gesagt in der Region um Turin, die auf eine jahrzehntelange Automobiltradition zurückblicken kann. Seit Ende 2022 läuft die Fertigung bei AMFI, einer eigens für leichte Elektromobilität konzipierten Produktionsstätte. Die Anlage verbindet industrielle Effizienz mit der Wendigkeit einer Mikrofabrik. Der Qualitätsanspruch bleibt dabei unverändert hoch – unabhängig davon, ob ein Standardmodell oder ein Unikat vom Band läuft.

Mehr als nur eine Zahl

Die Marke von 5.000 produzierten Fahrzeugen ist für das Unternehmen mehr als ein statistischer Wert. Sie zeigt, dass das Konzept eines kompakten, vollelektrischen Leichtfahrzeugs im Alltag angekommen ist. Die ursprüngliche Frage, wie viel Auto man wirklich für den täglichen Weg brauche, hat der Microlino mit seinem minimalistischen Ansatz beantwortet. Mit einer Reichweite von bis zu 228 Kilometern und der ikonischen Fronttür bietet er eine Alternative zu konventionellen Fahrzeugen – weniger Material, weniger Energiebedarf, weniger Platz auf den Strassen.

Ausblick über den eigenen Tellerrand hinaus

Doch die Produktion in Turin steht nicht still. Nach dem erfolgreichen Hochlauf des Microlino öffnet sich AMFI zunehmend für weitere Projekte. Ab 2027 sollen beispielsweise Microcars für Firmenflotten des portugiesischen Anbieters BE Neutral in der italienischen Fabrik montiert werden. Der Standort entwickelt sich damit Schritt für Schritt zu einer offenen europäischen Produktionsplattform für kompakte Elektromobilität.

Für das Unternehmen selbst bleibt der fünftausendste Microlino ein besonderer Moment. Der Weg von der Kleinserien-Idee zum Serienfahrzeug war lang, und die Pläne für die Zukunft sind längst nicht ausgereizt.

Foto: Microlino AG

Wo wird der Microlino hergestellt?

In La Loggia bei Turin. Genauer gesagt bei AMFI, der Automotive Micro Factory Italy. Die Produktionsstätte wurde eigens für leichte Elektromobilität konzipiert. Sie verbindet industrielle Fertigung mit der Flexibilität einer Mikrofabrik. Das Besondere: Auf derselben Linie entstehen sowohl Serienmodelle als auch handgefertigte Einzelstücke.

Wie viele Microlinos wurden bislang gebaut?

Im Sommer 2026 rollte der fünftausendste Microlino vom Band. Das ist das Zehnfache der ursprünglich geplanten Kleinserie von 500 Fahrzeugen. Ein beachtlicher Sprung für ein Nischenfahrzeug.

Warum ist der 5’000. Microlino besonders?

Er ist kein gewöhnliches Serienmodell. Sondern ein Unikat. Mattes Bronze-Metallic, schwarze Designakzente, persönliche Initialen in den Sitzen. Dieses Fahrzeug markiert nicht nur eine Zahl – es zeigt, wie weit sich das Konzept in den letzten Jahren entwickelt hat.

Kann ich meinen Microlino individuell gestalten?

Ja. Seit etwa einem Jahr gibt es ein Custom-Programm. Mehr als 200 individuell konfigurierte Fahrzeuge sind bereits entstanden. Von exklusiven Lackierungen bis hin zu persönlichen Details – vieles ist möglich. Ein eigenes Atelier im Werk macht es möglich.

Wie passt ein handgefertigtes Unikat in die Serienproduktion?

Das ist das Besondere an AMFI. Moderne Fertigung und handwerkliche Veredelung liegen direkt nebeneinander. Man kann problemlos zwischen Serienmodell und Sonderanfertigung wechseln – ohne Qualitätseinbussen. Diese Flexibilität kennt man sonst eher von Sportwagenherstellern.

Welche Reichweite bietet der Microlino?

Bis zu 228 Kilometer. Genug für den täglichen Stadtverkehr. Und für viele Ausflüge ins Umland. Der Fokus liegt nicht auf maximaler Reichweite, sondern auf Effizienz und Platzersparnis.

Wird der Microlino auch in anderen Ländern verkauft?

Ja. Tausende Microlinos sind bereits auf europäischen Strassen unterwegs. Das Unternehmen hat sich von Anfang an auf den europäischen Markt konzentriert. Die Nachfrage wächst stetig.

Gibt es Pläne für weitere Modelle oder Projekte?

Die Produktion in Turin entwickelt sich weiter. Ab 2027 sollen beispielsweise Microcars für Firmenflotten des portugiesischen Anbieters BE Neutral montiert werden. AMFI öffnet sich zunehmend für externe Projekte. Der Standort wird Schritt für Schritt zu einer offenen Plattform für kompakte Elektromobilität.

Was macht den Microlino anders als andere Elektroautos?

Sein Konzept. Die Frage war: Wie viel Auto brauchen wir wirklich? Die Antwort ist ein minimalistisches, wendiges Fahrzeug. Es verbraucht weniger Material, weniger Energie und nimmt weniger Platz ein. Nicht jeder braucht einen SUV für den Weg zur Arbeit.

Ist der Microlino ein Auto oder ein Microcar?

Rechtlich wird er als Leichtfahrzeug eingestuft. Vom Fahrgefühl und der Ausstattung her ist er aber ein vollwertiges Auto – nur eben in kompakter Form. Mit vier Rädern, vollelektrischem Antrieb und Strassenzulassung.

Wie lange dauert es, einen individuell konfigurierten Microlino zu erhalten?

Das hängt vom Umfang der Sonderwünsche ab. Dank der flexiblen Fertigung in Turin können viele Kundenanfragen direkt vor Ort umgesetzt werden. Die Wartezeiten sind überschaubar – zumindest im Vergleich zu anderen individuell gefertigten Fahrzeugen.

Warum wird der Microlino in Italien produziert, obwohl er in der Schweiz entwickelt wurde?

Die Region Turin hat eine jahrzehntelange Automobiltradition. Hier gibt es das Know-how und die Infrastruktur für hochwertige Fahrzeugproduktion. Die Entscheidung für AMFI war eine strategische. Sie verbindet Schweizer Ingenieurskunst mit italienischer Fertigungserfahrung.

Kann ich den Microlino auch testen?

In vielen europäischen Ländern gibt es Händler und Showrooms. Probefahrten sind möglich. Das Unternehmen setzt auf direkte Kundenerfahrung – wer einmal hinter dem Steuer sass, versteht das Konzept meist sofort.

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