Platzsparende Mobilität für die Stadt

In Zürich Oerlikon beginnt ein interessantes Experiment, das zeigen könnte, wie sich urbane Mobilität in Zukunft verändern lässt. Der Elektrozwerg Microlino, bekannt für sein Retro-Design und seine kompakten Ausmasse, ist ab Mitte Juli im Carsharing-Angebot von Mobility verfügbar. Drei Fahrzeuge stehen zunächst am Bahnhof Zürich Oerlikon bereit und sollen testen, ob sich das Konzept eines Miniautos im geteilten Nutzungsmodell bewährt.

Microlino startet Carsharing-Pilot in Zürich

Ein Symbol für effiziente Flächennutzung

Besonders bemerkenswert ist die Raumeffizienz dieses Pilotprojekts: Auf zwei herkömmlichen Parkplätzen finden nicht nur die drei Microlinos mitsamt Ladestation Platz, sondern sogar noch ein kleiner Baum. Diese scheinbar nebensächliche Detailverfügung verdeutlicht ein zentrales Anliegen des Projekts – wie lässt sich Mobilität in dicht besiedelten Gebieten organisieren, ohne dass der öffentliche Raum weiterhin von Fahrzeugen dominiert wird? Die Antwort könnten Fahrzeuge sein, die mit einer Länge von lediglich 2,5 Metern und vollelektrischem Antrieb genau auf die Anforderungen von Alltagsfahrten zugeschnitten sind.

Der Bahnhof Oerlikon als Reallabor

Die Wahl des Standorts ist kein Zufall. Der Bahnhof Zürich Oerlikon vereint verschiedene Eigenschaften, die ihn für ein solches Pilotprojekt prädestinieren: hohe Frequenz, gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr und ein urbanes Umfeld, in dem Parkraum knapp ist. Hier lässt sich im realen Betrieb prüfen, ob die kompakten Elektrofahrzeuge tatsächlich eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Carsharing-Angebot darstellen. Für Mobility steht dabei eine grundsätzliche Frage im Raum: Wie können unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse mit möglichst geringem Ressourcenverbrauch erfüllt werden?

Technische Voraussetzungen für den Alltagstest

Der Microlino bringt durchaus überzeugende technische Daten mit. Eine Reichweite von bis zu 228 Kilometern deckt die meisten urbanen und regionalen Fahrten ab, während die geringe Fahrzeuggrösse die Parkplatzsuche deutlich vereinfachen dürfte. Merlin Ouboter, Mitbegründer von Microlino, sieht in der Zusammenarbeit mit Mobility eine wichtige Möglichkeit, das Potenzial des Fahrzeugs im geteilten Nutzungskontext zu demonstrieren. Die wachsende Nachfrage nach kompakten Elektrolösungen in urbanen Räumen sei deutlich spürbar.

Microlino startet Carsharing-Pilot in Zürich

Carsharing als Teil der Verkehrswende

Die Zahlen sprechen für sich: Ein Mobility-Fahrzeug ersetzt im Durchschnitt 18 private Pkw. Mit der Integration des Microlino soll dieses Konzept nun um eine besonders platzsparende Fahrzeugkategorie erweitert werden. Stefan Roschi, zuständig für Kommunikation und Medien bei Mobility, betont den experimentellen Charakter des Projekts. Es gehe darum, herauszufinden, ob die Microlinos eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Fahrzeugen in der Flotte darstellen können – oder ob sich die Hoffnungen auf eine noch effizientere Nutzung des öffentlichen Raums möglicherweise nicht vollständig erfüllen.

Ausblick auf die Mobilität von morgen

Die kommenden Monate werden zeigen, wie die Fahrzeuge tatsächlich genutzt werden und welche praktischen Erfahrungen die Nutzerinnen und Nutzer im Alltag sammeln. Entscheidend wird sein, ob sich die Mikrofahrzeuge in den Mobilitätsalltag integrieren lassen oder ob sie vielleicht doch eher ein Nischenprodukt bleiben. Das Pilotprojekt in Zürich Oerlikon ist ein kleiner Test mit grosser Symbolkraft – es geht um nichts weniger als die Frage, wie sich Mobilität in Städten der Zukunft gestalten lässt. Nicht immer mehr Fahrzeuge, sondern passgenaue Lösungen könnten der Schlüssel sein. Die Erkenntnisse aus diesem Experiment werden massgeblich darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang Microlinos künftig im Carsharing-Angebot von Mobility vertreten sein werden.

Fotos: Microlino AG

Wann und wo startet das Pilotprojekt?

Das Carsharing-Pilotprojekt von Microlino und Mobility beginnt Mitte Juli am Bahnhof Zürich Oerlikon. Dort stehen zunächst drei Fahrzeuge für die Kundschaft bereit.

Warum findet der Test gerade in Oerlikon statt?

Der Bahnhof Zürich Oerlikon ist ein urbaner Knotenpunkt mit hoher Frequenz und guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Er eignet sich besonders gut als Reallabor, weil hier die typischen Herausforderungen der Stadt – knapper Parkraum und vielfältige Mobilitätsbedürfnisse – deutlich sichtbar werden.

Wie viele Microlinos sind beteiligt und wie viel Platz benötigen sie?

Drei Microlinos werden eingesetzt. Sie finden gemeinsam mit einer Ladestation auf zwei herkömmlichen Parkplätzen Platz. Sogar für einen kleinen Baum bleibt noch Raum – ein anschauliches Beispiel für die Flächeneffizienz des Konzepts.

Wie weit kommt der Microlino mit einer Batterieladung?

Die Reichweite beträgt bis zu 228 Kilometer. Das ist für die meisten Fahrten im urbanen und regionalen Alltag völlig ausreichend – vom Einkauf über Termine in der Stadt bis hin zu spontanen Ausflügen.

Ist der Microlino für längere Strecken gedacht?

Nein, der Microlino ist in erster Linie für kurze bis mittlere Alltagsfahrten konzipiert. Er soll eine sinnvolle Ergänzung zu grösseren Fahrzeugen sein, nicht deren Ersatz für weite Reisen oder den Transport schwerer Lasten.

Welches Ziel verfolgt Mobility mit diesem Pilotprojekt?

Mobility möchte herausfinden, ob der Microlino das bestehende Carsharing-Angebot sinnvoll ergänzen kann. Im Fokus steht die Frage, wie sich unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse mit möglichst wenig Platz- und Ressourcenverbrauch erfüllen lassen.

Was passiert nach Abschluss des Pilotprojekts?

Die Erfahrungen und Nutzungsdaten aus den kommenden Monaten werden ausgewertet. Auf dieser Grundlage entscheiden Microlino und Mobility, ob und in welchem Umfang die Minifahrzeuge künftig dauerhaft ins Carsharing-Angebot integriert werden.

Kann ich einen Microlino auch anderswo in der Schweiz ausleihen?

Derzeit ist das Angebot auf den Standort Zürich Oerlikon beschränkt. Es handelt sich um einen ersten Praxistest. Je nach Ergebnis könnte das Modell später auf weitere Standorte ausgeweitet werden.

Wie wirkt sich das Projekt auf die Parkplatzsituation aus?

Indem drei Fahrzeuge auf zwei Parkplätzen untergebracht werden, wird der vorhandene Raum effizienter genutzt. Das Projekt soll zeigen, dass urbane Mobilität weniger Fläche beanspruchen kann, ohne dass die Nutzer auf ein eigenes, wettergeschütztes Fahrzeug verzichten müssen.

Ersetzt der Microlino ein normales Carsharing-Auto?

Nein, er ist als Ergänzung gedacht. Für Fahrten, bei denen ein grösseres Fahrzeug wirklich gebraucht wird, stehen weiterhin die klassischen Mobility-Fahrzeuge zur Verfügung. Der Microlino bietet eine Alternative für Situationen, in denen Kompaktheit und Wendigkeit im Vordergrund stehen.

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