Start in der Schweiz: Ein ungewöhnliches Roadtrip-Ziel
Xaver startete am 18. Juli 2026 in Illgau, einem kleinen Dorf im Kanton Schwyz. Sein Microlino zeigte zu diesem Zeitpunkt bereits 36.318 Kilometer auf dem Tacho. Das Ziel: das Nordkapp – fast am Ende Europas. Eine Strecke, die für ein Fahrzeug, das eigentlich für enge Stadtstrassen und kurze Wege konzipiert wurde, alles andere als alltäglich ist.
Die Reise sollte kein Rennen werden. Xaver legte bewusst einen gemächlichen Rhythmus fest. Fahren, laden, weiterfahren – nach diesem einfachen Prinzip bewegte er sich Richtung Norden. Mal nutzte er öffentliche Ladestationen, mal steckte er das Kabel an einem Hotel ein. Hin und wieder half eine mobile Powerstation aus, wenn die nächste Steckdose in weiter Ferne lag. Diese Ungewissheit machte einen grossen Teil des Abenteuers aus.

Ladepausen als Taktgeber: Durch Deutschland und Dänemark
Die erste Etappe führte quer durch Deutschland. Donaueschingen, Pforzheim, Weinheim, Darmstadt, Friedberg, Warburg, Soltau und schliesslich Schleswig-Holstein lagen auf der Route. Danach überquerte Xaver die dänische Grenze. Kopenhagen, Helsingborg, Jönköping – und viele kleinere Orte, deren Namen kaum jemand kennt, wurden zu wichtigen Wegmarken.
Denn für Xaver war nicht nur das nächste Reiseziel entscheidend. Mindestens genauso wichtig war die Frage: Wo ist die nächste Lademöglichkeit? Er dokumentierte alles minutiös. Jeden Ladeort, jede geladene Kilowattstunde, die Kosten, manchmal sogar die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit. So wurde aus einer spontanen Idee ein ungewöhnlicher Langstreckentest für den Microlino.
Die schwierigste Etappe findet im Kopf statt
Je weiter es nach Norden ging, desto dünner wurde die Besiedlung. Die Strassen wurden leerer, die Abstände zwischen den Orten grösser. Anfang August stand plötzlich infrage, ob das Nordkapp überhaupt erreichbar wäre. Die ständige Sorge, ob der nächste Ladepunkt funktioniert, nagte an den Kräften. Xaver entschied sich für einen Perspektivwechsel. Er machte sich das Ziel kleiner: Erst einmal den Polarkreis erreichen. Alles andere würde sich zeigen.
Diese Entscheidung ist vielleicht die schönste Geschichte dieser Reise. Nicht jeder Roadtrip muss einem perfekten Plan folgen. Manchmal reicht es, das nächste erreichbare Ziel anzusteuern und dann neu zu entscheiden.

Polarkreis und 40.000 Kilometer: Zwei Meilensteine
Am 8. August war es so weit. Xaver und sein Microlino überquerten den Polarkreis. Ein Moment, der in Erinnerung bleibt. Gleichzeitig knackte der Kilometerzähler die 40.000-Marke. Zwei Meilensteine an einem Tag. Spätestens jetzt war klar: Diese Reise hatte etwas Einzigartiges.
Rentiere, Weite und die letzte Etappe
Die letzten Kilometer führten durch eine Landschaft, die kaum gegensätzlicher zum Schweizer Alltag sein könnte. Lange, gerade Strassen. Weite, fast leere Flächen. Rentiere am Strassenrand. Und über allem dieser unendliche Himmel des hohen Nordens. Honningsvåg wurde zur letzten Basis. Von dort waren es nur noch wenige Kilometer bis zum Nordkapp.
Das Bild am Nordkapp: Ein Moment der Stille
Dann war es geschafft. Ein Microlino am Nordkapp. Klein vor einer riesigen, kargen Landschaft. Tausende Kilometer von zu Hause entfernt. Ein Bild, das die ganze Reise zusammefasst. Es zeigt, was möglich ist, wenn man sich auf etwas einlässt, das auf den ersten Blick unvernünftig erscheint.
Was diese Reise über den Microlino verrät
Der Microlino ist kein Langstreckenfahrzeug. Das war er nie. Sein Revier ist die Stadt: kurze Distanzen, wenig Platzbedarf, effiziente Mobilität. Genau deshalb ist diese Geschichte so faszinierend. Sie zeigt, dass Menschen immer wieder Wege finden, Fahrzeuge anders zu nutzen, als es die Hersteller ursprünglich vorgesehen haben.
Mit Geduld, gründlicher Planung und der Bereitschaft, sich auf ein anderes Reisetempo einzulassen, wurde aus einem urbanen Elektroflitzer ein Begleiter bis in den hohen Norden. Nicht besonders schnell. Nicht immer bequem. Aber unvergesslich. Das ist vielleicht die eigentliche Botschaft.
Das Nordkapp war ein symbolischer Höhepunkt, aber nicht das Ende. Wer bis ganz nach Norden fährt, muss auch wieder zurück. Doch das ist eine andere Geschichte. Vom Schweizer Bergdorf über den Polarkreis bis ans Nordkapp – manchmal ist ein Microlino eben doch größer, als er aussieht.
Foto: Microlino AG
Wie viele Kilometer standen vor der Abfahrt auf dem Tacho?
Der Microlino von Xaver hatte bereits 36.318 Kilometer hinter sich, als er in Illgau startete.
Warum ist diese Reise besonders?
Der Microlino wurde für die Stadt gebaut – für kurze Wege und enge Parklücken. Dass jemand damit bis zum Nordkapp fährt, ist alles andere als selbstverständlich.
Wie lange war Xaver unterwegs?
Er startete am 18. Juli 2026. Die Polarkreisüberquerung gelang ihm am 8. August. Die gesamte Reisedauer lässt sich daraus ableiten.
Wo wurde geladen?
Mal an öffentlichen Ladestationen, mal an Hotels, mal über eine ganz normale Haushaltssteckdose. Unterwegs half auch eine mobile Powerstation aus, wenn die nächste feste Steckdose zu weit weg war.
Welche Route wurde gefahren?
Von der Schweiz aus führte die Reise quer durch Deutschland – unter anderem über Donaueschingen, Pforzheim, Weinheim, Darmstadt, Friedberg, Warburg, Soltau und Schleswig-Holstein. Weiter ging es über Dänemark nach Schweden, vorbei an Kopenhagen, Helsingborg, Jönköping und vielen kleineren Orten.
Wann wurde der Polarkreis erreicht?
Am 8. August überquerte Xaver mit seinem Microlino den Polarkreis. Am selben Tag knackte der Kilometerzähler die Marke von 40.000 Kilometern.
Gab es kritische Momente?
Ja. Je weiter es nach Norden ging, desto einsamer wurden die Straßen. Die ständige Frage, ob der nächste Ladepunkt überhaupt funktioniert, zehrte an den Kräften. Xaver entschied deshalb, das große Ziel erst einmal kleiner zu machen: Er wollte zunächst nur den Polarkreis erreichen. Danach würde er neu entscheiden.
Was war das Schwierigste an der Reise?
Die schwierigste Etappe fand im Kopf statt. Nicht die Technik war das Problem, sondern die mentale Belastung durch die unsichere Ladeinfrastruktur.
Wie sah die Landschaft auf den letzten Etappen aus?
Endlose Straßen, dünne Besiedlung, Rentiere am Wegesrand – eine Welt, die mit dem Schweizer Alltag eines Stadtfahrzeugs kaum weiter entfernt sein könnte.
Was zeigt diese Reise über den Microlino?
Dass Menschen immer wieder Wege finden, Fahrzeuge anders zu nutzen, als ursprünglich gedacht. Mit Geduld, guter Planung und der Bereitschaft, sich auf einen anderen Reiserhythmus einzulassen, wurde aus einem urbanen Elektrogefährt ein Reisepartner bis in den hohen Norden.
War das Nordkapp das Ende der Reise?
Nein. Es war ein symbolischer Höhepunkt. Aber wer mit einem Microlino bis ganz nach Norden fährt, muss irgendwann auch wieder zurück in den Süden.
