Honda bringt noch im Frühjahr 2026 einen neuen kompakten Elektrowagen auf den japanischen Markt. Der Hersteller gab bekannt, dass die Verkaufsphase für den Super-ONE Ende Mai 2026 beginnt. Bereits ab dem 16. April 2026 können Interessenten bei den Honda-Händlern in Japan Vorbestellungen für das Fahrzeug aufgeben. Mit dem Modell will der Hersteller den alltäglichen Autoverkehr emotionaler gestalten – weg vom reinen Zweckfahrzeug, hin zu einem Erlebnis auf kurzen Strecken.

Honda Super-ONE

Konzept und Fahrerlebnis: Mehr als nur ein Stadtauto

Die Entwickler bei Honda verfolgen mit dem Super-ONE ein klares Ziel: Das Fahrzeug soll als sogenannter „e:Dash BOOSTER“ die Fahremotion in den Vordergrund stellen. Der Name setzt sich bewusst aus zwei Komponenten zusammen. „Super“ steht für den Anspruch, über herkömmliche Elektroauto-Standards und typische Kleinwagen-Grenzen hinauszugehen. „ONE“ wiederum betont die Einzigartigkeit des Konzepts – eine Verbindung, die es in dieser Form nur von Honda geben soll.

Neben den üblichen Tugenden wie niedrigem Verbrauch und Alltagstauglichkeit legte die Ingenieure besonderen Wert auf das Fahrvergnügen. Gerade weil kleine Elektrofahrzeuge agil und direkt fahren können, wollte Honda diesen Effekt verstärken. Das Ergebnis ist ein Wagen, der über mehrere Sinneskanäle ein aufregendes Fahrerlebnis vermitteln soll – nicht nur über die reine Beschleunigung.

Honda Super-ONE

Fahrwerk und Effizienz: Leichtbau mit Konsequenz

Ein wesentlicher Bestandteil des Fahrkonzepts ist das speziell abgestimmte Fahrwerk. Im Vergleich zu den bekannten N-Serie-Modellen von Honda fällt der Super-ONE breiter aus, was die Spurweite betrifft. Die Karosserie erhielt eine eigene Plattform mit verbreiterter Spur. Der Akku sitzt als dünne Einheit unter der Fahrzeugmitte – eine Anordnung, die schwere Komponenten zentral bündelt und den Schwerpunkt deutlich absenkt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einem Gewicht von 1090 Kilogramm zählt der Super-ONE zu den leichtesten Elektro-Pkw in seiner Klasse auf dem japanischen Markt. Der Schwerpunkt liegt sogar niedriger als bei vergleichbaren benzinbetriebenen Kompaktwagen. Diese Kombination verspricht ein direktes, gut kontrollierbares Handling, das dem Fahrer Rückmeldung und Sicherheit gibt.

Die geringe Masse wirkt sich zudem positiv auf den Stromverbrauch aus. Nach WLTC-Norm gibt Honda eine Reichweite von 274 Kilometern an. Das ist für ein reines Stadtauto kein Spitzenwert, aber für den gedachten Einsatzbereich – tägliche Fahrten, kurze Ausflüge – praxisnah kalkuliert.

Honda Super-ONE

Design: Sportliche Optik mit aerodynamischem Anspruch

Äußerlich setzt der Super-ONE auf eine betont niedrige und breite Erscheinung. Die ausgeformten Radläufe über den breiten Reifen unterstreichen diesen Eindruck. Die Designer verzichteten auf übertriebene Kanten, setzen stattdessen auf eine aerodynamisch durchdachte Form mit vorderen und hinteren Luftkanälen. Hier verbindet sich Funktionalität mit gestalterischem Willen – ein Merkmal, das den Wagen als durchdachtes Gesamtkonzept ausweist.

Im Innenraum dominieren klare, horizontale Linien. Das Armaturenbrett ist bewusst flach gehalten, um eine ungehinderte Sicht nach vorn zu ermöglichen. Sportsitze mit seitlichem Halt sollen den Fahrer auch in kurvigen Passagen stabil positionieren. Ein asymmetrisch platziertes blaues Oberflächenmaterial lockert die Farbgestaltung auf – ein kleines, aber bewusst gesetztes Detail.

Fünf Außenfarben stehen zur Wahl, darunter ein neuer Farbton namens Boost Violet Pearl. Das tiefe Violett soll an blaue Jets erinnern – atmosphärische Entladungen, die von Gewitterwolken nach oben ins Weltall schießen. Eine ungewöhnliche Inspiration, die den Anspruch des Fahrzeugs unterstreicht: Es geht um Emotion, nicht um Beliebigkeit.

Honda Super-ONE

BOOST Mode: Virtuelle Gangwechsel und Soundkulisse

Die technische Besonderheit des Super-ONE ist der exklusive BOOST Mode. Im Normalbetrieb leistet der Elektromotor 47 kW. Schaltet der Fahrer in den BOOST Mode, steigt die maximale Leistung auf 70 kW – das ermöglicht deutlich kräftigere Beschleunigungsspitzen.

Doch damit nicht genug: Gleichzeitig wird eine simulierte 7-Gang-Schaltung aktiv, die per Schaltwippe am Lenkrad bedient werden kann. Ein Active Sound Control System erzeugt dazu passende Motorengeräusche im Innenraum. Das Ziel ist ein möglichst authentisches Fahrgefühl – als säße man in einem sportlichen Benziner mit mechanischem Getriebe, nicht in einem lautlosen Elektroauto. Für manche Puristen mag das künstlich wirken, für andere ist es genau der richtige Kompromiss zwischen alter und neuer Antriebswelt.

Auch die Anzeigen im Cockpit passen sich an. Im BOOST Mode erscheint ein digitales Dreirundinstrument mit Batterietemperatur, einem simulieren Drehzahlmesser und einer Leistungsanzeige. Das Design lehnt sich an mechanische Analoginstrumente an. Die Beleuchtung auf der Beifahrerseite wechselt von Blau im Normalbetrieb auf Violett im BOOST Mode.

Honda Super-ONE

Bose Soundsystem als Serienausstattung

Für die akustische Untermalung sorgt eine Bose Premium Soundanlage mit acht Lautsprechern. Es handelt sich um die erste Zusammenarbeit von Honda mit Bose bei einem kompakten Modell in Japan. Das System wurde speziell auf den Innenraum des Super-ONE abgestimmt. Eine dynamische Geschwindigkeitskompensation passt Lautstärke und Klang automatisch an die aktuelle Fahrtgeschwindigkeit an. Ein 13,1 Liter großer Subwoofer im Gepäckraum liefert den Bass – von tiefen Frequenzen bis zu klaren Höhen. Das Ergebnis soll an ein Konzerterlebnis erinnern.

Markteinführung und öffentliche Premiere

Vor dem Vorbestellungsstart am 16. April 2026 ist der Super-ONE vom 10. bis 12. April 2026 auf der Messe AUTOMOBILE COUNCIL 2026 in der Makuhari Messe bei Tokio zu sehen. Interessierte können das Fahrzeug dort erstmals in Ruhe begutachten. Ob und wann der kompakte Elektro-Sportler auch nach Europa oder in andere Märkte kommt, ließ Honda zunächst offen. Kritisch betrachtet bleibt die Reichweite von 274 Kilometern für deutsche Autobahnverhältnisse eher knapp bemessen. Als Zweitwagen für die Stadt und das Umland wäre das Konzept jedoch durchaus attraktiv – vorausgesetzt, der Preis stimmt. Hierzu hat Honda noch keine Angaben gemacht.

Foto: Honda Motor Co., Ltd.

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