Die Preisfrage bleibt für viele Interessenten das entscheidende Hindernis auf dem Weg in die Elektromobilität. Während etablierte Hersteller ihre Modelle technisch immer weiter verfeinern und gleichzeitig die Listenpreise hochhalten, versuchen kleinere Anbieter gezielt, diese Lücke zu schließen. Einer dieser Anbieter ist ARI Motors aus Sachsen, der mit zwei Fahrzeugmodellen zu Preisen antritt, die im deutschen Markt eine Ausnahme darstellen. Die Rechnung ist einfach: Ein neues Elektroauto soll nicht teurer sein als ein klassischer Verbrenner, sonst bleibt der Umstieg für viele ein theoretisches Vorhaben. Die tatsächliche Marktdurchdringung hängt deshalb weniger an der Frage der Reichweite oder Ladeinfrastruktur als vielmehr am Anschaffungspreis.

Kompakter Stadtwagen mit minimalem Budget
Das kleinste Modell der Marke, der ARI Bruni, wurde zuletzt um 3.000 Euro im Preis gesenkt und ist nun in der einfachsten Ausführung ab 9.990 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer zu haben. Damit bewegt sich der Wagen in einem Bereich, der üblicherweise von hochwertigen Elektrofahrrädern oder gebrauchten Kleinwagen besetzt wird. Der 3,07 Meter kurze Zweisitzer zielt auf Käufer, die ein wendiges Fahrzeug für den Stadtverkehr, eine unkomplizierte Ergänzung zum vorhandenen Auto oder ein günstiges Firmenfahrzeug suchen. Die Nachfrage nach der Preisanpassung stützt die Annahme, dass für ein solches Fahrzeug durchaus ein belastbarer Markt existiert.

Technisch bietet der Bruni eine WLTP-Reichweite von bis zu 215 Kilometern, einen 17,3 kWh großen Lithium-Eisenphosphat-Akku und einen Stromverbrauch von knapp 10 kWh auf 100 Kilometer. Das entspricht bei üblichen Haushaltsstrompreisen Kosten von rund drei Euro auf dieser Strecke. Die Sicherheitsausstattung umfasst Airbags und ein Antiblockiersystem, dazu kommen ein Touchscreen mit Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung – Ausstattungsdetails, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind. Den Bruni gibt es in vier Varianten, die von der spartanischen Pure-Version über einen geschlossenen Cargo-Aufbau bis zur komfortableren Ausführung reichen. Durch die M1-Zulassung qualifiziert sich das Fahrzeug zudem für die staatliche Förderkulisse, sofern diese beim Kauf verfügbar ist; laut Hersteller kann der effektive Einstiegspreis dadurch noch einmal um bis zu 6.000 Euro sinken.

Ein Transporter für Handwerk und individuelle Einsatzzwecke
Deutlich praxisorientierter stellt sich der ARI 458 Pro dar. Er ist als Pritschenwagen bereits ab 15.790 Euro netto bestellbar und gilt innerhalb des deutschen Marktes als der derzeit preiswerteste vollelektrische Kleintransporter. Mit einer Nutzlast von 800 Kilogramm und einer Ladefläche von 2,8 Quadratmetern ist er auf gewerbliche Anwendungen ausgelegt, bei denen es auf ein möglichst günstiges Arbeitsgerät ankommt. Die Reichweite variiert je nach Akku-Ausführung zwischen 120 und 230 Kilometern. Das Aufladen an der Schukosteckdose dauert vier bis sechs Stunden, die reinen Energiekosten beziffert der Hersteller auf ungefähr vier Euro je 100 Kilometer.
Eine Besonderheit des 458 Pro liegt in der Vielfalt der Aufbauten. Das Basisfahrzeug lässt sich mit Pritsche, Kipper, Koffer, Kühlaufbau oder als Verkaufsfahrzeug und Foodtruck konfigurieren. Insgesamt stehen über 30 Varianten zur Auswahl, und die sächsische Manufaktur passt auf Kundenwunsch Sonderaufbauten oder Folierungen direkt ab Werk an. Damit soll sich das Fahrzeug flexibel in Arbeitsabläufe einfügen, vom klassischen Lieferdienst bis zum kommunalen Bauhof. Erwähnenswert ist außerdem ein auf dieser Plattform entstandenes Alkoven-Campingmobil, das als besonders kompakter, elektrisch angetriebener Reisewagen auf eine unerwartet hohe Resonanz stößt – offenbar als Reaktion auf einen Wunsch nach minimalistischem Reisen zu einem Preis, bei dem herkömmliche Wohnmobile nicht mithalten können.
Kostenrechnung mit Förderung, Steuer und Abschreibung
Die tatsächliche finanzielle Belastung für Käufer lässt sich erst im Zusammenspiel mit den aktuellen Rahmenbedingungen einschätzen. Neben der bereits erwähnten möglichen Kaufprämie befreit der Gesetzgeber reine Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2035 von der Kfz-Steuer. Die jährliche THG-Quote kann für private Halter Erlöse von mehr als 300 Euro einbringen. Hinzu kommen die geringen Versicherungsbeiträge, die für den Bruni bei etwa 165 Euro im Jahr beginnen. Gewerbliche Nutzer können über die Sonderabschreibung bis zu drei Viertel der Anschaffungskosten bereits im ersten Jahr steuerlich geltend machen – eine Regelung, die noch für Anschaffungen bis Ende 2027 gilt. Alle diese Posten zusammengenommen führen dazu, dass die reale Investition in vielen Fällen unter den Anschaffungskosten eines vergleichbaren gebrauchten Diesels liegt.
Trotz dieser günstigen Kalkulation sollte nicht übersehen werden, dass es sich bei beiden Fahrzeugen um Fahrzeuge der Leichtklasse handelt, die hinsichtlich Geschwindigkeit und Zuladung nicht mit klassischen Personenkraftwagen oder Transportern zu vergleichen sind. Sie besetzen eine Nische, in der pragmatische Kostenüberlegungen und Einsatzzwecke im Vordergrund stehen – und genau darin scheint ihr Angebot für eine wachsende Käufergruppe zu liegen. Ob sich der Ansatz langfristig breiter durchsetzt, wird auch davon abhängen, wie sich die Förderlandschaft entwickelt und ob die Qualität der Fahrzeuge im harten Alltagsbetrieb überzeugt. Derzeit liefert ARI Motors ein Beispiel dafür, dass der Preis einer elektrischen Flotte nicht zwangsläufig hoch ausfallen muss.
Fotos: ARI Motors GmbH
Was kostet das günstigste Elektroauto von ARI Motors?
Das Einstiegsmodell ARI Bruni ist in der Basisversion Pure ab 9.990 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erhältlich. Dieser Preis ergibt sich nach einer Preissenkung um 3.000 Euro. Damit zählt der kleine Stadtwagen zu den preiswertesten neuen Elektroautos auf dem deutschen Markt.
Für wen eignet sich der ARI Bruni hauptsächlich?
Der 3,07 Meter kurze Zweisitzer richtet sich an preisbewusste Käufer, die ein wendiges Fahrzeug für die Stadt suchen. Er kann als kostengünstiger Erstwagen, als zusätzlicher Zweitwagen im Haushalt oder als kompaktes Firmenfahrzeug für kurze Strecken und Lieferdienste eingesetzt werden.
Welche technischen Daten bietet der ARI Bruni?
Das Fahrzeug erreicht eine WLTP-Reichweite von maximal 215 Kilometern und nutzt einen langlebigen Lithium-Eisenphosphat-Akku mit 17,3 kWh Kapazität. Der Stromverbrauch liegt bei etwa 9,9 kWh auf 100 Kilometern, was Energiekosten von ungefähr drei Euro auf dieser Strecke entspricht. Serienmäßig sind Airbags, ein Antiblockiersystem, ein Touchscreen-Cockpit mit Rückfahrkamera sowie elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung verbaut.
In welchen Ausführungen wird der ARI Bruni angeboten?
Das Modell ist in vier Varianten erhältlich. Die günstigste ist die Pure-Version, darüber rangieren die Ausführungen Style und Comfort mit umfangreicherer Ausstattung. Zusätzlich gibt es eine geschlossene Cargo-Variante, die speziell für gewerbliche Transportaufgaben gedacht ist.
Welcher Elektro-Transporter wird angeboten und zu welchem Preis?
Der ARI 458 Pro ist als Pritschenwagen ab 15.790 Euro netto bestellbar. Der Hersteller bezeichnet ihn als den derzeit günstigsten vollwertigen elektrischen Kleintransporter im deutschen Markt. Er bietet eine Nutzlast von 800 Kilogramm und eine Ladefläche von 2,8 Quadratmetern.
Welche Reichweite hat der ARI 458 Pro und wie wird geladen?
Je nach gewählter Batterievariante liegt die Reichweite zwischen 120 und 230 Kilometern. Das Aufladen erfolgt an einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose und dauert vier bis sechs Stunden. Die Stromkosten für 100 Kilometer beziffert der Hersteller auf rund vier Euro.
Mit welcher Förderung können Privatkäufer rechnen?
Durch die M1-Zulassung qualifiziert sich der ARI Bruni für die staatliche Kaufprämie, die bis zu 6.000 Euro betragen kann. Zusätzlich sind reine Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2035 von der Kfz-Steuer befreit. Über die Treibhausgasminderungsquote lassen sich jährlich mehr als 300 Euro einnehmen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung für den Bruni ist bereits ab rund 165 Euro jährlich möglich.
Welche steuerlichen Vorteile haben gewerbliche Käufer?
Gewerbetreibende können von der Sonderabschreibung profitieren. Diese erlaubt es, bis zu 75 Prozent der Nettoanschaffungskosten bereits im ersten Jahr steuerlich geltend zu machen. Die Regelung gilt für alle betrieblichen Nutzer, vom Freiberufler bis zur Kapitalgesellschaft, und betrifft Anschaffungen, die bis Ende 2027 getätigt werden.
Wo werden die Fahrzeuge von ARI Motors gefertigt?
Die Fahrzeuge werden in der Manufaktur des Unternehmens in Sachsen auf Kundenwunsch individuell angepasst und ausgeliefert. Der Hersteller legt Wert darauf, neben den Serienmodellen auch Sonderlösungen aus einer Hand anbieten zu können.
Welche Einschränkungen sollte man bei den Fahrzeugen bedenken?
Es handelt sich um Leichtfahrzeuge der kleineren Fahrzeugklassen, die hinsichtlich Höchstgeschwindigkeit und Zuladung nicht mit klassischen Pkw oder größeren Transportern vergleichbar sind. Sie sind für den Stadtverkehr und regional begrenzte Einsatzzwecke konzipiert. Wer überwiegend Autobahnfahrten oder hohe Zuladungen benötigt, stößt mit diesen Modellen an Grenzen.
