Berlin ist eine der wenigen deutschen Städte, in denen die Elektromobilität messbar über dem Bundesdurchschnitt liegt. Mit einem E-Fahrzeug-Anteil von 6,7 Prozent liegt die Hauptstadt um 0,3 Prozentpunkte über dem bundesweiten Schnitt von 6,4 Prozent. Das klingt zunächst nach einem kleinen Vorsprung, bedeutet im urbanen Alltag aber, dass täglich deutlich mehr Elektrofahrzeuge auf eine funktionierende Ladeinfrastruktur angewiesen sind als andernorts. Shell Recharge hat darauf nun reagiert und in kurzer Zeit 19 neue Ultraschnelllade-Standorte in der Stadt in Betrieb genommen.
Warum gerade Berlin besondere Anforderungen stellt
Die Metropole stellt Betreiber von Ladeinfrastruktur vor ganz eigene Herausforderungen. Enge Innenstadtstraßen, ein hohes tägliches Verkehrsaufkommen und die Tatsache, dass viele Berliner keine private Lademöglichkeit besitzen, erhöhen den Druck auf das öffentliche Netz erheblich. Hinzu kommt, dass Ladevorgänge in der Stadt möglichst schnell abgeschlossen sein sollten – lange Wartezeiten passen weder zum Stadtverkehr noch zu den kurzen Haltezeiten an Supermarktparkplätzen. Genau dort setzt Shell mit seinem aktuellen Ausbau an.
Neue Standorte an Shell-Stationen, REWE und Penny
Die 19 neuen Schnellladestandorte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet und sind an unterschiedlichen Partnerstandorten angesiedelt. An zwei Shell-Stationen – in der Oranienstraße 138 sowie an der Stendaler Straße 176 nahe der A10 – stehen jeweils vier Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 300 kW bereit.
Der größte Teil der neuen Standorte befindet sich jedoch auf Parkplätzen des Lebensmitteleinzelhandels. Bei REWE sind es insgesamt elf Standorte, die Ladesäulen mit 150 bis 300 kW bieten. Besonders leistungsstark sind dabei die Standorte Grellstraße 75, Eichenauer Weg 61 sowie Kiefholzstraße 50, die mit 300 kW an der Spitze liegen. Die übrigen REWE-Standorte – darunter Adlergestell 744, Allee der Kosmonauten 196, Großbeerenstraße 54–66, Randowstraße 3, Schnellerstraße 74, Wildhüterweg 42–46 und Schönfließer Straße 1A – sind mit 150 kW ausgestattet.
Auch das Penny-Netz ist Teil der Expansion. Sechs Penny-Standorte wurden neu erschlossen, darunter Tempelhofer Damm 24–30 und Hermsdorfer Straße 75 mit 300 respektive 180 kW. Die Standorte Kamenzer Damm 153–157 und Mahlsdorfer Straße 97E bieten 150 kW, während Rudower Straße 136–138 sowie Weitlingstraße 9 mit je 120 kW etwas unter dem Niveau der anderen Standorte liegen.
Shell als marktführender Schnellladeanbieter in der Hauptstadt
Mit dem aktuellen Ausbau betreibt Shell in Berlin nun 56 Schnellladestandorte unter der Marke Shell Recharge, an denen insgesamt 206 Ladepunkte zur Verfügung stehen. Damit ist das Unternehmen nach eigenen Angaben der größte Anbieter öffentlicher Schnellladepunkte in der Stadt. Florian Glattes, der das Tankstellengeschäft von Shell in Deutschland, Österreich und der Schweiz leitet, betonte, dass in einer Metropole wie Berlin Lademöglichkeiten zuverlässig, schnell erreichbar und flächendeckend verfügbar sein müssen.
Neben den Shell-Recharge-Standorten betreibt das Shell-Tochterunternehmen ubitricity in Berlin zusätzlich 1.170 Ladepunkte. Davon entfallen rund 1.000 auf sogenannte Laternenlader – unter dem Namen „Heinz” bekannt –, die an bestehende Straßenlaternen angebunden sind. Weitere 85 AC-Standalone-Standorte mit je zwei Ladepunkten ergänzen das Netz und richten sich vor allem an Nutzer, die ihr Fahrzeug über längere Zeiträume abstellen.
Kooperationsmodell mit dem Lebensmittelhandel
Bemerkenswert am aktuellen Ausbau ist die strategische Entscheidung, einen Großteil der neuen Ladepunkte nicht an eigenen Shell-Stationen, sondern auf den Parkflächen von REWE und Penny zu errichten. Dieses Partnerschaftsmodell hat für beide Seiten Vorteile: Der Lebensmittelhandel profitiert von einer attraktiveren Infrastruktur für E-Fahrzeugfahrer, Shell wiederum gewinnt Flächen in Lagen, die ohne Kooperationspartner schwer zu erschließen wären. Für Ladevorgänge mit bis zu 300 kW bedeutet das in der Praxis, dass die Ladezeit bei geeignetem Fahrzeug in etwa mit dem Einkauf zusammenfällt.
Bundesweites Netz wächst weiter
Deutschlandweit betreibt Shell nach eigenen Angaben derzeit rund 2.200 Schnellladepunkte und baut dieses Netz fortlaufend aus. Berlin ist dabei ein besonders wichtiger Standort, nicht zuletzt wegen der hohen E-Fahrzeugdichte und der strukturellen Besonderheiten der Stadt. Ob das Tempo des Ausbaus mit dem Wachstum der Elektromobilität Schritt halten kann, bleibt abzuwarten – die Nachfrage nach leistungsfähigen öffentlichen Ladepunkten dürfte in den kommenden Jahren weiter steigen.
Foto: Shell Deutschland GmbH
Wie viele neue Ladestandorte hat Shell Recharge in Berlin in Betrieb genommen?
Shell Recharge hat in kurzer Zeit 19 neue Ultraschnelllade-Standorte im Berliner Stadtgebiet eröffnet und damit sein Netz in der Hauptstadt erheblich erweitert.
Wie viel Ladeleistung bieten die neuen Standorte?
Je nach Standort stehen zwischen 120 und 300 kW Ladeleistung zur Verfügung. Die leistungsstärksten Säulen mit 300 kW befinden sich unter anderem an Shell-Stationen sowie an ausgewählten REWE- und Penny-Standorten.
Wo genau befinden sich die neuen Ladepunkte in Berlin?
Die neuen Standorte verteilen sich über das gesamte Stadtgebiet – von dicht besiedelten Wohnvierteln bis zu wichtigen Ausfallstraßen. Sie sind an Shell-Tankstellen sowie auf den Parkplätzen von REWE- und Penny-Supermärkten zu finden.
Warum kooperiert Shell mit dem Lebensmitteleinzelhandel?
Supermarktparkplätze bieten gut zugängliche Flächen in Lagen, die Shell allein nur schwer erschließen könnte. Gleichzeitig passt die Ladezeit bei leistungsstarken Säulen gut zur durchschnittlichen Einkaufsdauer, was den Aufenthalt für E-Fahrzeugfahrer sinnvoll verbindet.
Wie viele Schnellladestandorte betreibt Shell insgesamt in Berlin?
Nach dem aktuellen Ausbau betreibt Shell in Berlin 56 Shell-Recharge-Schnellladestandorte mit insgesamt 206 Ladepunkten und ist damit nach eigenen Angaben der größte Anbieter öffentlicher Schnellladepunkte in der Stadt.
Was ist ubitricity und welche Rolle spielt das Unternehmen in Berlin?
ubitricity ist ein Tochterunternehmen von Shell und betreibt in Berlin ergänzend zum Shell-Recharge-Netz rund 1.170 weitere Ladepunkte. Darunter befinden sich etwa 1.000 Laternenlader, die unter dem Namen „Heinz” bekannt sind und an bestehende Straßenlaternen angebunden wurden.
Wie hoch ist der Anteil von Elektrofahrzeugen in Berlin im Vergleich zum Bundesdurchschnitt?
Berlin liegt mit einem E-Fahrzeug-Anteil von 6,7 Prozent leicht über dem bundesweiten Schnitt von 6,4 Prozent, was den Bedarf an leistungsfähiger öffentlicher Ladeinfrastruktur in der Stadt besonders deutlich macht.
Wie groß ist das Shell-Schnellladenetz in ganz Deutschland?
Bundesweit betreibt Shell derzeit rund 2.200 Schnellladepunkte und baut dieses Netz kontinuierlich weiter aus – sowohl an eigenen Tankstellen als auch in Kooperation mit Handelspartnern.
Warum ist der Ausbau von Ladeinfrastruktur in Berlin besonders herausfordernd?
Die Kombination aus engen Straßen, hohem Verkehrsaufkommen und dem geringen Anteil an privaten Lademöglichkeiten stellt Betreiber vor besondere Anforderungen. Öffentliche Ladepunkte müssen daher flächendeckend verfügbar, zuverlässig erreichbar und möglichst schnell nutzbar sein.
