Die Elektroauto-Sparte von Renault schreitet bei der Entwicklung neuer Batterietechnologien voran. Ampere, der auf Elektrofahrzeuge und Software spezialisierte Ableger des Renault-Konzerns, hat eine bedeutende Vereinbarung mit dem spanischen Technologieunternehmen Basquevolt getroffen. Die gemeinsame Entwicklungsvereinbarung zielt darauf ab, die Lithium-Metall-Batterietechnologie zur Marktreife zu führen und für zukünftige Fahrzeugmodelle nutzbar zu machen.
Technologischer Quantensprung bei Energiedichte und Sicherheit
Im Kern der Kooperation steht eine Batteriearchitektur, die auf Lithium-Metall basiert und einen Feststoffpolymer-Elektrolyten nutzt. Diese Kombination verspricht einen deutlichen Fortschritt gegenüber den derzeitig üblichen Lithium-Ionen-Zellen mit flüssigem Elektrolyt. Die Technologie ermöglicht eine wesentlich höhere Energiedichte, was sich direkt in kompakteren und leichteren Batteriepaketen niederschlägt. Gleichzeitig bietet der Polymer-Elektrolyt eine überlegene thermische Stabilität, was die Sicherheit erhöht. Auch die Fähigkeit zum schnellen Laden, ein entscheidender Faktor für die Alltagstauglichkeit von Elektroautos, gehört zu den vielversprechenden Eigenschaften dieser neuen Zellgeneration.
Partnerschaft als Schlüssel zur industriellen Revolution
Die Allianz zwischen Ampere und Basquevolt zeigt, wie wichtig strategische Partnerschaften für den Fortschritt in der Elektromobilität sind. Hier trifft wissenschaftliche Spitzenforschung auf das Wissen um skalierbare industrielle Fertigung und Kostenoptimierung. Gemeinsam wollen die Partner den Weg für den kommerziellen Einsatz ebnen. Dabei geht es nicht nur um die technische Validierung, sondern auch um die Frage, wie sich die Technologie wirtschaftlich und in hohen Stückzahlen produzieren lässt.
Pablo Fernández, der Geschäftsführer von Basquevolt, sieht in der Vertiefung der Zusammenarbeit einen bedeutenden Meilenstein. Seine Mission sei es, die Polymer-Elektrolyt-Technologie für den Massenmarkt zugänglich zu machen. Die Partnerschaft mit einem großen Automobilhersteller wie Ampere biete dafür die ideale Plattform.
Nicolas Racquet, bei Ampere für die Fahrzeug- und Antriebsstrangentwicklung verantwortlich, betont den kundenorientierten Ansatz des Projekts. Die gemeinsamen Anstrengungen konzentrierten sich darauf, die Leistungsfähigkeit der Batterien unter realen Fahrbedingungen zu beweisen. Ziel sei es, den Wechsel zu den nächsten Batteriegenerationen zu beschleunigen, um den sich wandelnden Bedürfnissen der Autofahrer gerecht zu werden.
Wirtschaftliche Vorteile durch effizientere Produktion
Bereits nach mehr als einem Jahr gemeinsamer Arbeit können die Partner erste vielversprechende Ergebnisse vorweisen. Es zeigt sich, dass die Technologie von Basquevolt nicht nur eine sehr hohe Energiedichte erreichen kann, sondern auch das Potenzial hat, die Gesamtkosten für Batteriepakete deutlich zu senken. Der Grund dafür liegt im Herstellungsprozess selbst. Durch die Verwendung des Polymer-Elektrolyten ist die Produktion der Zellen einfacher und effizienter. Dies führt zu erheblichen Einsparungen im Vergleich zur herkömmlichen Fertigung. So wird geschätzt, dass der Investitionsaufbau pro Gigawattstunde Produktionskapazität in einer Fabrik um etwa dreißig Prozent geringer ausfällt. Zudem reduziert sich der Energieverbrauch bei der Herstellung um ebenfalls dreißig Prozent, was die Technologie nicht nur wirtschaftlich, sondern auch ökologisch attraktiv macht.
Foto: Renault Group
