Ein ikonisches Fahrzeugkonzept wird neu belebt

Rund 30 Jahre nachdem smart in Paris erstmals sein Konzept eines ultrakompakten Zweisitzers präsentierte, bringt die Marke diese Fahrzeugidee zurück auf die Straße. Der neue smart #2 feierte am 12. Oktober 2026 in der französischen Hauptstadt Weltpremiere. Das vollelektrische Modell soll zeigen, wie urbane Mobilität im Jahr 2026 aussehen kann. Die technische Basis ist neu entwickelt, die Abmessungen bleiben kompakt.

Mit einer Länge von 2.746 Millimetern knüpft der smart #2 an die „Wheels-at-the-Corner“-Architektur der ersten Generation an. Räder also, die möglichst weit außen positioniert sind, um den Innenraum bei kleinstem Fußabdruck zu maximieren. Der Wendekreis liegt bei 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein. Damit lassen sich enge Straßen und begrenzte Parkflächen bewältigen, ohne dass der Fahrer ins Schwitzen gerät. Das ist kein Marketingversprechen, sondern eine physikalische Eigenschaft, die sich aus den kompakten Außenmaßen und dem Heckantrieb ergibt.

smart #2

Technische Grundlage: Neue Plattform, bekannte Sicherheitszelle

Herzstück des smart #2 ist die neu entwickelte Electric Compact Architecture (ECA). Diese Plattform wurde speziell für den Zweisitzer konzipiert und nicht von einem größeren Modell abgeleitet. Das erklärt den vergleichsweise hohen Entwicklungsaufwand, den smart für dieses Fahrzeug betreibt.

Angetrieben wird der smart #2 von einem 60-kW-Elektromotor an der Hinterachse, der 130 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder überträgt. Die hinteren Reifen sind breiter als die vorderen, was die Stabilität und Fahrdynamik verbessern soll. Die Batterie hat eine Kapazität von 35,8 kWh und nutzt Lithium-Eisenphosphat-Technologie (LFP). Diese Chemie ist bekannt für ihre Haltbarkeit und ihren niedrigeren Preis, allerdings auch für eine geringere Energiedichte als nickelbasierte Zellen. Die kombinierte Reichweite gibt smart mit bis zu 290 Kilometern nach WLTP an, wobei es sich um einen Zielwert handelt. DC-Schnellladen ist mit bis zu 65 kW möglich, was den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent in etwa 20 Minuten ermöglichen soll. Zusätzlich unterstützt der smart #2 AC-Laden mit bis zu 11 kW.

Eine Besonderheit stellt die hintere Fünflenker-Einzelradaufhängung dar. In dieser Fahrzeugklasse ist eine solche Konstruktion ungewöhnlich, normalerweise kommen hier einfachere Verbundlenkerachsen zum Einsatz. Die Fünflenker-Aufhängung soll souveränes Fahren sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn ermöglichen. Zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt – die Batterie liegt im Fahrzeugboden – ergibt sich eine direkte Lenkgeometrie. Das Fahrwerk ist ein Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort, und dass smart hier aufwendige Technik verbaut, zeigt, dass der Hersteller den Zweisitzer nicht als billiges Einstiegsmodell versteht.

smart #2

Sicherheit und Assistenzsysteme

Die Karosseriestruktur des smart #2 basiert auf der Tridion Cell Evo, der nächsten Generation jener Sicherheitszelle, die smart seit dem ersten Modell verwendet. Diese Struktur umgibt die Fahrgastzelle, ohne die kompakten Außenmaße zu vergrößern. Serienmäßig verbaut smart Fahrerassistenzsysteme, darunter den smart Pilot Assist sowie einen adaptiven Tempomaten mit Stop-and-Go-Funktion und Highway Assist. Das ist in dieser Fahrzeugklasse nicht selbstverständlich.

Ein Blick auf die Ausstattungslinien zeigt, dass smart den Zweisitzer nicht nur als reines Stadtauto positioniert. Die Basisversion Pure umfasst bereits LED-Scheinwerfer mit automatischem Fernlichtassistenten, die V2L-Funktion zur Stromversorgung externer Geräte sowie das erwähnte Assistenzpaket. Die Variante Pure+ ergänzt AC-Laden mit 11 kW und einen beheizbaren Fahrersitz. Der Premium-Ausführung spendiert smart zusätzlich ein Glasdach, beheizbare Kunstledersitze für Fahrer und Beifahrer sowie ein Sennheiser-Soundsystem mit sieben Lautsprechern. Die auf 999 Exemplare limitierte Couture Edition rundet das Angebot ab. Sie ist in Atelier White Matt mit Platinum-Gold-Dach lackiert, hat 16-Zoll-Felgen mit goldfarbenen Akzenten und ein nummeriertes Badge im Innenraum.

smart #2

Innenraum und Konnektivität

Der Innenraum aller Varianten folgt einem durchgehenden Sitzbankstil. Ein S-förmiges Cockpit, intuitive Bedienmodi und ein offen strukturiertes Interieur prägen das Bild. Ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay und ein 8,8-Zoll-Fahrerdisplay sind serienmäßig, dazu kommen 4G-Konnektivität, WLAN und Bluetooth. Ein achtjähriges Connectivity Package soll den smart #2 dauerhaft mit den vernetzten Fahrzeugdiensten verbinden. Ein Detail namens smart Pillar im Armaturenbrett erlaubt die Befestigung kleiner Gadgets.

Die zweifarbige Karosserielackierung und die geteilte Heckklappe sind keine bloßen Stilelemente. Sie verweisen auf den ursprünglichen smart fortwo und sollen die Wiedererkennbarkeit erhöhen. Ob diese Designmerkmale im heutigen Marktumfeld noch dieselbe Wirkung entfalten wie vor drei Jahrzehnten, wird sich zeigen. Die Konkurrenz im Segment der kleinen Elektroautos ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen.

smart #2

Einordnung der Marktposition

Wolfgang Ufer, CEO der smart Europe GmbH, bezeichnet den smart #2 als „Rückkehr einer echten automobilen Ikone“. Florian Nemitz, CEO smart Deutschland, betont, der Zweisitzer komme dorthin zurück, wo smart seine Wurzeln habe: in die Stadt. Diese Aussagen sind nachvollziehbar, denn der ursprüngliche smart fortwo prägte das Bild der Marke über zwei Jahrzehnte. Allerdings ist die Ausgangslage eine andere als in den 1990er-Jahren. Der Markt für urbane Elektroautos ist fragmentierter, die Kundenanforderungen an Reichweite und Ladeleistung sind gestiegen.

Mit 290 Kilometern WLTP-Reichweite positioniert sich der smart #2 im Mittelfeld. Für den reinen Stadtverkehr ist das ausreichend, für längere Überlandfahrten eher knapp. Die LFP-Batterie ist eine pragmatische Wahl, sie senkt die Kosten und erhöht die Zyklenfestigkeit, allerdings auf Kosten der Reichweite bei niedrigen Temperaturen. Die Entscheidung für eine Fünflenker-Hinterachse in einem Fahrzeug dieser Größe ist technisch bemerkenswert und dürfte den Fahrkomfort verbessern. Ob der Kunde diese Investition honoriert, hängt vom finalen Preis ab, den smart zum Zeitpunkt der Weltpremiere noch nicht genannt hat.

Dr. Tilo Schweers, Vice President R&D Europe, erklärt, man habe den smart #2 auf Teststrecken, in Windkanälen und auf öffentlichen Straßen unter verschiedenen klimatischen Bedingungen erprobt. Das ist die übliche Vorgehensweise bei der Fahrzeugentwicklung und kein Alleinstellungsmerkmal. Interessanter ist die Aussage, man habe „jedes Detail abgestimmt, von den Fahrwerksanbindungspunkten und der Lenkübersetzung bis hin zur passenden Reifenmischung“. Das deutet darauf hin, dass smart den Zweisitzer fahrdynamisch ernst nimmt und nicht nur als reines Fortbewegungsmittel begreift.

smart #2

Was der smart #2 nicht ist

Der smart #2 ist kein Familienauto. Er ist kein Reisewagen für lange Strecken. Und er ist kein Fahrzeug, das mit Reichweitenrekorden oder Ladegeschwindigkeiten prahlt. Das muss er auch nicht sein. Seine Stärke liegt in der Kompaktheit, im Wendekreis, in der Parkraumbewältigung. Wer in einer Großstadt lebt und täglich engste Straßen navigiert, für den sind diese Eigenschaften relevanter als eine Reichweite von 500 Kilometern. Die Frage ist, ob der Preis diese Argumentation stützt. Ohne diesen Faktor lässt sich die Marktchance des smart #2 nicht abschließend beurteilen.

Die Produktion soll in Europa erfolgen, konkrete Zahlen zu Stückzahlen oder zum Marktstart in Deutschland nannte smart bei der Weltpremiere nicht. Bestellungen für den smart #2 sind nach Angaben von Florian Nemitz ab sofort möglich. Der Hersteller setzt darauf, dass die Verbindung aus kompakten Abmessungen, aufwendiger Fahrwerkstechnik und moderner Konnektivität eine ausreichend große Kundengruppe anspricht. Ob diese Rechnung aufgeht, wird der Markt entscheiden.

Fotos: smart Europe GmbH

Wann feierte der smart #2 Weltpremiere?

Am 12. Oktober 2026 in Paris. Rund 30 Jahre nach dem ersten smart-Zweisitzer-Konzept kehrt die Grundidee als vollelektrisches Modell zurück. smart stellte den Wagen in der französischen Hauptstadt vor.

Wie kompakt ist der neue Zweisitzer?

Der smart #2 misst 2.746 Millimeter in der Länge. smart behält die „Wheels-at-the-Corner“-Architektur bei und holt dadurch viel Innenraum aus kleinen Außenmaßen. Der Wendekreis liegt bei 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein. Enge Straßen und knappe Parkflächen lassen sich damit deutlich einfacher bewältigen.

Welche Technik treibt den smart #2 an?

Ein 60-kW-Elektromotor sitzt an der Hinterachse und überträgt 130 Newtonmeter auf die Hinterräder. Die hinteren Reifen sind breiter als die vorderen. Das soll Stabilität und Fahrdynamik verbessern. Die neu entwickelte Electric Compact Architecture bildet die technische Basis.

Wie weit kommt der smart #2 mit einer Batterieladung?

smart nennt eine kombinierte Reichweite von bis zu 290 Kilometern nach WLTP. Dieser Wert ist ein Zielwert. Die Batterie hat 35,8 kWh Kapazität und nutzt Lithium-Eisenphosphat-Technologie. LFP-Zellen gelten als haltbar und kostengünstig, liefern bei Kälte aber weniger Reichweite als nickelbasierte Zellen.

Wie lange dauert der Ladevorgang?

DC-Schnellladen unterstützt der smart #2 mit bis zu 65 kW. Damit lädt die Batterie in etwa 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent. AC-Laden ist mit bis zu 11 kW möglich. Die Vehicle-to-Load-Funktion versorgt externe Elektrogeräte mit Strom.

Was unterscheidet das Fahrwerk von anderen Kleinwagen?

smart verbaut eine hintere Fünflenker-Einzelradaufhängung. In dieser Fahrzeugklasse ist das ungewöhnlich. Zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt und der im Fahrzeugboden liegenden Batterie soll sie sportliches Handling und hohen Komfort verbinden. Ob der Kunde diesen technischen Aufwand honoriert, hängt auch vom finalen Preis ab.

Welche Ausstattungslinien bietet smart an?

Für europäische Märkte startet der smart #2 mit den Linien Pure, Pure+ und Premium. Dazu kommt die auf 999 Exemplare limitierte Couture Edition. Pure bringt bereits LED-Scheinwerfer, V2L und Assistenzsysteme. Pure+ ergänzt AC-Laden mit 11 kW und einen beheizbaren Fahrersitz. Premium bietet ein Glasdach, beheizbare Kunstledersitze und ein Sennheiser-Soundsystem mit sieben Lautsprechern.

Welche Assistenzsysteme sind serienmäßig?

An Bord sind der smart Pilot Assist sowie ein adaptiver Tempomat mit Stop-and-Go-Funktion und Highway Assist. Die Variante Pure+ ergänzt einen Totwinkelwarner, Heckkollisionsminderung und Querverkehrswarnung hinten. Die Sicherheitszelle Tridion Cell Evo umgibt die Fahrgastzelle, ohne die kompakten Außenmaße zu vergrößern.

Wie ist der Innenraum ausgestattet?

Ein 10,1-Zoll-Zentraldisplay und ein 8,8-Zoll-Fahrerdisplay prägen das Cockpit. 4G-Konnektivität, WLAN und Bluetooth gehören dazu. Ein achtjähriges Connectivity Package verbindet den Wagen dauerhaft mit den vernetzten Fahrzeugdiensten. Der smart Pillar im Armaturenbrett nimmt kleine Gadgets auf.

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