Der smart #2 tritt an, um Sicherheit im Segment der ultrakompakten Elektroautos neu zu definieren. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der bekannten Tridion-Sicherheitszelle, die smart als Tridion Cell Evo bezeichnet. Der Hersteller nennt für das Fahrzeug eine Reihe technischer Kennzahlen, die zunächst beeindrucken. Ob sie den Alltag tatsächlich prägen, lässt sich erst nach unabhängigen Tests beurteilen. Der smart #2 feiert am 12. Oktober 2026 auf der Paris Motor Show Weltpremiere.

smart #2 setzt mit Tridion Cell Evo neue Sicherheitsstandards im Stadtauto-Segment

Tridion Cell Evo: Was die Karosseriestruktur leisten soll

Die Tridion-Zelle gehört seit Jahren zur Marken-DNA von smart. Sie soll Insassen bei einem Aufprall schützen, indem sie Kräfte gezielt aufnimmt und verteilt. Die neue Generation, Tridion Cell Evo, wurde für ein vollelektrisches Fahrzeug mit extrem kompakten Abmessungen entwickelt. Nach Angaben des Herstellers bestehen mehr als 78 Prozent der Karosseriestruktur aus hochfestem Stahl. Hinzu kommt eine dreilagige Stahlkonfiguration mit Materialien, deren Zugfestigkeit bis zu 1.800 Megapascal erreicht. Die Torsionssteifigkeit gibt smart mit 39.000 Newtonmeter pro Grad an. Das Fahrzeug soll eine Dachlast von mehr als vier Tonnen tragen können.

Diese Werte klingen nach einem soliden Fundament. Sie stammen jedoch aus der Entwicklungsabteilung von smart und sind keine Ergebnisse unabhängiger Crashtests. Der Hersteller betont, die Struktur halte modernen Sicherheitsanforderungen stand. Ein Nachweis durch Organisationen wie Euro NCAP steht noch aus. Für Käufer bleibt bis dahin unklar, wie sich die Tridion Cell Evo im realen Unfallgeschehen schlägt. Die hohe Torsionssteifigkeit dürfte sich positiv auf das Fahrverhalten auswirken. Eine steife Karosserie reduziert Verwindungen und verbessert die Präzision der Lenkung. Das ist ein technischer Vorteil, der sich auch im Alltag bemerkbar machen kann.

smart #2 setzt mit Tridion Cell Evo neue Sicherheitsstandards im Stadtauto-Segment

Insassenschutz und Batteriesicherheit

Sieben Airbags sollen die Insassen des smart #2 schützen. Dazu kommt ein Gurtsystem, das pyrotechnische Gurtstraffer mit einer Crash-Locking-Tongue-Technologie kombiniert. Diese Kombination soll Becken und untere Extremitäten besser fixieren und die Vorwärtsbewegung bei einer Kollision verringern. Das Batteriesystem schützt eine mehrschichtige Strukturbauweise. smart hat das Fahrzeug nach eigenen Angaben umfangreichen Fahrdynamik- und Stabilitätstests unterzogen. Das Entwicklungsteam validierte die Tridion Cell Evo und die ECA-Plattform unter realen Bedingungen, von Stadtfahrten bis zu ausgedehnten Testfahrten auf europäischen Straßen und Autobahnen. Ziel war es, Struktur und Abstimmung vor dem Marktstart auf europäische Standards und Fahrbedingungen abzustimmen.

Das klingt nach einem umfassenden Programm. Allerdings fehlen Details zu den Testverfahren und den Prüforganisationen. Ohne unabhängige Bewertung bleibt die Sicherheitsbilanz des smart #2 eine Herstelleraussage. Kritisch ist auch, dass der smart #2 mit weniger als drei Metern Länge und als Zweisitzer nur begrenzten Raum für Crumple-Zonen bietet. Wie gut die Struktur Energie bei einem Aufprall aufnimmt, hängt von der gesamten Fahrzeuggeometrie ab. Die Tridion Cell Evo soll genau hier ansetzen. Ein Nachweis steht aus.

smart #2 setzt mit Tridion Cell Evo neue Sicherheitsstandards im Stadtauto-Segment

ECA-Plattform als technische Basis

Der smart #2 nutzt die Electric Compact Architecture, kurz ECA. smart hat diese Plattform eigens für den ultrakompakten Zweisitzer entwickelt. Sie vereint einen großzügigen Innenraum, einen elektrischen Antrieb, robuste Sicherheitsstrukturen und agile Fahrdynamik. Das alles bei einer Fahrzeuglänge von unter drei Metern. Die Plattform bietet Platz für eine Batterie mit 35,8 Kilowattstunden und CATL-Zellen. smart strebt eine Reichweite von 290 Kilometern nach WLTP an. Das DC-Schnellladen von 10 auf 80 Prozent soll in 20 Minuten möglich sein.

Diese Werte sind für ein Stadtauto solide, aber nicht herausragend. 290 Kilometer WLTP bedeuten im realen Betrieb je nach Witterung und Fahrweise weniger. Für den urbanen Alltag reicht das meist aus. Für längere Fahrten über die Autobahn wird die Reichweite knapp. Die Ladezeit von 20 Minuten ist eine Herstellerangabe und hängt von der Ladeleistung ab. smart nennt keine konkreten Kilowatt-Werte für die Spitzenladeleistung. Hier bleibt abzuwarten, wie sich das Fahrzeug an realen Ladesäulen verhält. Der hoch integrierte 11-in-1-Elektroantrieb bündelt mehrere Funktionen in einer kompakten Einheit. Das reduziert die Komplexität der Bauteilanordnung und unterstützt die effiziente Raumnutzung. Für ein Fahrzeug dieses Formats ist das ein sinnvoller Ansatz.

smart #2 setzt mit Tridion Cell Evo neue Sicherheitsstandards im Stadtauto-Segment

Fahrdynamik und Agilität

Der smart #2 hat einen Wendekreis von 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein. Damit manövriert das Fahrzeug durch enge Straßen und beengte Parkplätze. In seinem Segment ist der smart #2 nach Herstellerangaben das einzige Fahrzeug mit einer Fünflenker-Einzelradaufhängung an der Hinterachse. Dazu kommen Hinterradantrieb und eine Gewichtsverteilung von 50 zu 50 zwischen Vorder- und Hinterachse. smart verspricht sich davon ein ansprechendes, stabiles und agiles Fahrverhalten. Serienmäßig nutzt der smart #2 Reifen mit gestaffelter Breite: schmaler vorn, breiter hinten. Das soll präzise Lenkung und Wendigkeit an der Vorderachse mit Grip und Stabilität am Heck verbinden.

Eine Fünflenker-Hinterachse in einem Kleinstwagen ist ungewöhnlich. Sie kostet Bauraum und Gewicht, kann aber die Fahrdynamik verbessern. Ob der Aufwand im Alltag spürbar ist, hängt von der Abstimmung ab. Der Hersteller nennt keine Details zu Federung und Dämpfung. Der Wendekreis von 6,95 Metern ist für ein Fahrzeug unter drei Metern Länge kein Rekord, aber praxisgerecht. Die gestaffelte Reifenbreite ist ein bekanntes Mittel, um das Eigenlenkverhalten zu beeinflussen. Kritisch bleibt, dass smart viele technische Details nur als Versprechen formuliert. Ein unabhängiger Fahrbericht fehlt bislang.

Design und Marktpositionierung

Das globale Mercedes-Benz Designteam hat den smart #2 gestaltet. Das Fahrzeug setzt auf das Wheels-at-the-Corners-Konzept, das die Marke seit ihren Anfängen prägt. Kurze Überhänge und ein ultrakompaktes Format maximieren den Innenraum und prägen den unverkennbaren Charakter. Der smart #2 ist ein Zweisitzer. Das begrenzt die Zielgruppe. Wer regelmäßig mehr als eine Person mitnehmen will, wird auf andere Fahrzeuge ausweichen müssen. Der Preis ist noch nicht bekannt. smart positioniert das Fahrzeug im Stadtauto-Segment, das in Europa stark umkämpft ist. Wettbewerber wie der Fiat 500e, der Renault Twingo E-Tech oder der Hyundai Inster besetzen ähnliche Nischen. Der smart #2 muss sich nicht nur über Sicherheit, sondern auch über Preis, Alltagstauglichkeit und Ladeinfrastruktur behaupten. Die genannten Sicherheitsmerkmale sind ein Argument, aber kein Alleinstellungsmerkmal.

Der smart #2 wird in Paris erstmals öffentlich zu sehen sein. Bis zum Marktstart bleiben Fragen offen: der Preis, die Ergebnisse unabhängiger Crashtests, die reale Reichweite und die Ladeleistung. Der Hersteller hat technisch viel versprochen. Ob die Tridion Cell Evo und die ECA-Plattform diese Versprechen im Alltag einlösen, wird sich zeigen. Die Sicherheitszelle ist ein zentraler Baustein. Sie allein macht noch kein sicheres Auto.

Fotos: smart Europe GmbH

Was steckt hinter der Tridion Cell Evo?

Sie ist die weiterentwickelte Sicherheitszelle von smart. Mehr als 78 Prozent der Karosseriestruktur bestehen nach Herstellerangaben aus hochfestem Stahl. Eine dreilagige Stahlkonfiguration und Materialien mit bis zu 1.800 Megapascal Zugfestigkeit ergänzen den Aufbau. smart nennt eine Torsionssteifigkeit von 39.000 Newtonmeter pro Grad und eine Dachlast von mehr als vier Tonnen. Diese Werte stammen aus der Entwicklung. Unabhängige Crashtests fehlen bislang.

Liegen bereits Ergebnisse unabhängiger Crashtests vor?

Nein. smart verweist auf eigene Fahrdynamik- und Stabilitätstests sowie auf die Abstimmung auf europäische Bedingungen. Eine Bewertung durch Euro NCAP oder eine andere unabhängige Organisation ist öffentlich nicht verfügbar. Interessenten müssen bis zum Marktstart abwarten.

Wie schützt der smart #2 die Insassen?

Sieben Airbags sind vorgesehen. Dazu kommt ein Gurtsystem mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Crash-Locking-Tongue-Technologie. Diese Kombination soll Becken und untere Extremitäten besser fixieren und die Vorwärtsbewegung bei einer Kollision verringern. Das Batteriesystem schützt eine mehrschichtige Strukturbauweise. Auch hier handelt es sich um Herstellerangaben.

Welche Reichweite und Ladeleistung nennt smart?

Die ECA-Plattform bietet Platz für eine Batterie mit 35,8 Kilowattstunden und CATL-Zellen. smart strebt 290 Kilometer Reichweite nach WLTP an. Das DC-Schnellladen von 10 auf 80 Prozent soll in 20 Minuten gelingen. Konkrete Spitzenladeleistungen nennt der Hersteller nicht. Im realen Betrieb dürften Reichweite und Ladezeit je nach Witterung, Fahrweise und Ladesäule abweichen.

Was ist die ECA-Plattform?

Die Electric Compact Architecture ist eine eigens entwickelte Elektroarchitektur für den ultrakompakten Zweisitzer. Sie soll Innenraum, Antrieb, Sicherheitsstrukturen und Fahrdynamik bei einer Länge von unter drei Metern bündeln. Ein hoch integrierter 11-in-1-Elektroantrieb fasst mehrere Funktionen zusammen. Das reduziert die Komplexität der Bauteilanordnung und hilft bei der Raumnutzung.

Wie agil ist der smart #2?

Der Wendekreis liegt bei 6,95 Metern von Bordstein zu Bordstein. An der Hinterachse sitzt eine Fünflenker-Einzelradaufhängung. Dazu kommen Hinterradantrieb und eine Gewichtsverteilung von 50 zu 50. Serienmäßig nutzt der smart #2 vorn schmalere und hinten breitere Reifen. smart verspricht sich davon präzise Lenkung, Grip und Stabilität. Ob die Abstimmung im Alltag überzeugt, zeigt erst eine unabhängige Fahrprobe.

Für wen eignet sich der smart #2?

Der smart #2 ist ein Zweisitzer für den urbanen Alltag. Kurze Überhänge und das Wheels-at-the-Corners-Konzept maximieren den Innenraum. Wer regelmäßig mehr als eine Person mitnimmt, stößt an Grenzen. Für enge Straßen, kleine Parkplätze und kurze Strecken ist das Format dagegen ausgelegt.

Wann feiert der smart #2 Weltpremiere?

Am 12. Oktober 2026 auf der Paris Motor Show. Bis zum Marktstart bleiben zentrale Fragen offen. Dazu gehören der Preis, die reale Reichweite, die Ladeleistung und die Ergebnisse unabhängiger Sicherheitstests. Der Hersteller hat technisch viel versprochen. Die Tridion Cell Evo und die ECA-Plattform müssen diese Versprechen im Alltag erst einlösen.

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