Wettbewerb für kreative Köpfe
Der japanische Automobilhersteller Nissan hatte im August 2025 gemeinsam mit dem Online-Magazin Designboom einen internationalen Designwettbewerb ausgerufen. Unter dem Titel „Elevate All-New Nissan Micra: The Signature Edition“ waren Designer, Künstler und Kreative weltweit eingeladen, dem neuen Kleinwagen eine eigene visuelle Handschrift zu verleihen. Im Fokus standen Farbgestaltung, Materialauswahl und grafische Umsetzung. Nun hat Nissan den Gewinner bekannt gegeben – mehr als tausend Teilnehmer hatten ihre Entwürfe eingereicht.
Aus dieser Vielzahl an Einsendungen wählte eine Jury elf Finalisten aus. Die Auswahlkriterien orientierten sich daran, wie originell die Teilnehmer die urbane, spielerische Identität des Fahrzeugs interpretiert hatten. Der Wettbewerb zeigt, wie Automobilmarken versuchen, junge gestalterische Perspektiven in ihre Produktkommunikation einzubinden – ein durchaus kritisches Instrument der Markenpflege, aber auch eine echte Chance für Nachwuchstalente.

Siegermotiv mit Spannung und Struktur
Den ersten Platz belegte der kanadische Designer Marc-André Fauteux. Die Jury lobte seinen Entwurf für die gelungene Mischung aus geordneten geometrischen Elementen und lebendiger, fast spontan wirkender Dynamik. Fauteux selbst nennt seinen Ansatz „organisierte Einfachheit“ – ein Konzept, bei dem strenge Formen mit unerwarteter visueller Energie kontrastieren. Nach Meinung der Preisrichter fängt dieses Motiv den ausdrucksstarken Charakter des neuen Nissan Micra besonders treffend ein.
Giovanny Arroba, Vizepräsident von Nissan Design Europe, wird in der Mitteilung des Herstellers mit den Worten zitiert, der Siegerentwurf zeige auf mutige und innovative Weise, wie kreative Talente neue Blickwinkel für Automobildesign und grafische Gestaltung eröffnen könnten. Ob solche Wettbewerbe tatsächlich nachhaltigen Einfluss auf die Serienproduktion haben oder primär der Imagepflege dienen, bleibt freilich offen.

Der Designer und seine Arbeitsweise
Marc-André Fauteux arbeitet seit über zwanzig Jahren im Bereich visuelles und interaktives Design. Für ihn bot der Wettbewerb die Gelegenheit, seine berufliche Erfahrung mit seiner Begeisterung für Automobilästhetik zu verknüpfen. In einer ersten Reaktion erklärte er, er sei sofort von der Idee fasziniert gewesen, ein Serienfahrzeug in ein rollendes Kunstwerk zu verwandeln.
Sein Siegerkonzept setzt auf eine asymmetrische Gestaltung, die über die gesamte Karosseriefläche des Micra verläuft. Bewegung und Struktur greifen dabei ineinander. Fauteux betont, dass der neue Micra bereits von Haus aus eine verspielte und ausdrucksstarke Persönlichkeit mitbringe – Eigenschaften, die eine ideale Grundlage für kreative Überformungen böten. Aus seiner Sicht können solche Designansätze dazu beitragen, mehr Farbe und Individualität in den Alltag zu bringen. Kunst an einem alltäglichen Gegenstand wie einem Auto erlebbar zu machen, verleihe dem Erlebnis eine zusätzliche, menschliche Dimension.
Vom Entwurf zum rollenden Prototyp
Ein Prototyp mit dem Gewinnerdesign wurde am europäischen Hauptsitz von Nissan in Montigny-le-Bretonneux bei Paris vorgestellt. Der Hersteller versteht den Wettbewerb „The Signature Edition“ als Teil seines Engagements, aufstrebende Designtalente zu fördern und gleichzeitig den eigenen Markenauftritt zu schärfen. Kritisch ließe sich anmerken, dass solche Aktionen vor allem der Aufmerksamkeitssteigerung dienen – immerhin profitiert Nissan von einer Vielzahl kostenloser Kreativideen. Dennoch bieten sie jungen Gestaltern eine seltene Plattform, ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und mit einem etablierten Industrieunternehmen in Kontakt zu treten. Ob das Siegermotiv über den Prototypen hinaus in limitierten Sondermodellen oder anderen Produkten Verwendung findet, hat der Hersteller bislang nicht bekannt gegeben.
Foto: Nissan Deutschland GmbH
Was war das Ziel des Designwettbewerbs „The Signature Edition“?
Nissan rief gemeinsam mit dem Magazin Designboom einen internationalen Wettbewerb ins Leben, bei dem kreative Köpfe den neuen Nissan Micra künstlerisch neu interpretieren sollten. Im Mittelpunkt standen Farbe, Materialien und grafische Gestaltung – gesucht wurden originelle Umsetzungen der urbanen, verspielten Markenidentität des Kleinwagens.
Wer hat den Wettbewerb gewonnen?
Der kanadische Designer Marc-André Fauteux setzte sich mit seinem Entwurf gegen mehr als tausend Einsendungen durch. Die Jury überzeugte sein Konzept einer „organisierten Einfachheit“, bei dem kontrollierte geometrische Formen mit lebendiger, spontan wirkender Energie kombiniert werden.
Was zeichnet das Siegerdesign aus?
Fauteux’ Entwurf arbeitet mit asymmetrischen Elementen, Bewegung und klaren Strukturen, die über die gesamte Fahrzeugoberfläche verteilt sind. Die Kombination aus geordneter Geometrie und dynamischem Ausdruck verleiht dem Micra eine auffällige, individuelle Optik.
Welche Bedeutung hat der Wettbewerb für Nachwuchsdesigner?
Die Aktion bietet aufstrebenden Talenten eine Plattform, ihre Arbeiten einem breiten Publikum zu präsentieren und mit einem etablierten Automobilhersteller zusammenzuarbeiten. Kritisch betrachtet handelt es sich zugleich um ein Instrument der Markenpflege – dennoch erhalten junge Gestalter seltene Chancen auf Sichtbarkeit.
Wo wurde der Prototyp mit dem Siegerdesign gezeigt?
Der fertige Prototyp wurde am europäischen Hauptsitz von Nissan in Montigny-le-Bretonneux bei Paris vorgestellt. Ein Serieneinsatz oder eine limitierte Auflage mit Fauteux’ Motiv ist bislang nicht angekündigt.
Warum hält Nissan solche Designwettbewerbe ab?
Der Hersteller möchte sein Engagement für kreative Talente unterstreichen und gleichzeitig den ausdrucksstarken, mutigen Designcharakter des neuen Micra in den Fokus rücken. Für externe Beobachter steht jedoch auch der werbliche Effekt im Vordergrund – die Aktion generiert Aufmerksamkeit, ohne dass zwingend Produktionskosten für Sondermodelle anfallen.
