Der Automobilhersteller Maruti Suzuki intensiviert seine Bemühungen um digitale Innovation. Das Unternehmen hat fünf junge Startups in sein Portfolio aufgenommen, um gemeinsam technologische Lösungen der nächsten Generation zu entwickeln. Diese Kooperationen sind Teil einer umfassenden Strategie, die darauf abzielt, durch den Einsatz modernster Technologien in verschiedenen Geschäftsbereichen einen Wettbewerbsvorteil zu sichern. Im Fokus stehen dabei die Steigerung der operativen Effizienz, die Verbesserung der Fertigungsqualität, die Erhöhung der Arbeitssicherheit sowie die Entwicklung intelligenterer Produkte und Kundenerlebnisse.

Auswahl aus renommiertem Inkubationsprogramm

Die fünf ausgewählten Unternehmen – AugurAI, Aatral, Zen Mobility, Indus Vision und Proxgy – wurden im Rahmen des Maruti Suzuki Incubation Program (MSIP) identifiziert. Dieses Programm wird in Zusammenarbeit mit NSRCEL, dem Zentrum für unternehmerisches Lernen der IIM Bangalore, durchgeführt. Die Partnerschaft mit der angesehenen Business School ermöglicht es Maruti Suzuki, auf ein gefiltertes Feld vielversprechender Technologieunternehmen zuzugreifen, die gezielt an Lösungen für die Mobilitätsbranche arbeiten.

Technologie als Schlüssel für Wachstum und Nachhaltigkeit

Laut Hisashi Takeuchi, Managing Director & CEO von Maruti Suzuki India Limited, ist Technologie in der heutigen, komplexen Geschäftswelt zu einem strategischen Wegbereiter geworden. Sich verändernde Kundenbedürfnisse, ein wachsendes Produktportfolio und unterschiedliche Regularien in zahlreichen Exportmärkten erfordern agile und intelligente Lösungen. Die Integration neuer Technologien in alle Geschäftsbereiche sei entscheidend, um langfristiges Wachstum zu sichern und hohe Standards zu halten. Das Programm stelle eine Win-Win-Situation dar: Die Startups erhielten Zugang zu realen industriellen Herausforderungen, während das Unternehmen von frischen Ideen und schneller Innovationskraft profitiere. Die aktuell aufgenommenen Partner tragen unter anderem zu noch präziserer Fertigung, nachhaltigerer Logistik für Ersatzteillieferungen und verbesserter Sicherheit für Mitarbeiter bei.

Brückenschlag zwischen Forschung und praktischer Anwendung

Anand Sri Ganesh, CEO von NSRCEL, betont den Synergieeffekt der Zusammenarbeit. Die Partnerschaft helfe dabei, die Lücke zwischen Spitzenforschung und konkreter Anwendung in der Industrie zu schließen. Die Startups erhalten die Möglichkeit, ihre innovativen Konzepte in einem anspruchsvollen Unternehmensumfeld zu testen und zu verfeinern, was ihre Entwicklung beschleunigt. Gemeinsam werde ein Ökosystem geschaffen, in dem mutige Ideen zu praxistauglichen und wirkungsvollen Lösungen ausgebaut werden können.

Konkrete Anwendungsfelder der neuen Partnerschaften

Die Zusammenarbeit mit den fünf Startups konzentriert sich auf sehr spezifische Verbesserungsbereiche. AugurAI und Indus Vision setzen auf künstliche Intelligenz für die visuelle Inspektion. Während AugurAI komplexe Bauteile auf Defekte prüft, überwacht Indus Vision die Endkontrolle fertiger Fahrzeuge, um die Ausgabequalität zu erhöhen und menschliche Fehler zu minimieren. Aatral verfolgt ein ähnliches Ziel und nutzt KI-gestützte Inspektion kombiniert mit digitaler 3D-Validierung, um die Lieferkette zu optimieren und die Anlieferung fehlerfreier Komponenten von Zulieferern zu gewährleisten.

Im Bereich Nachhaltigkeit und Logistik bringt Zen Mobility seine Expertise für elektrische Mobilität ein. Das Startup entwickelt Lösungen, um den Transport von Ersatzteilen und Zubehör, insbesondere die sogenannte letzte Meile, effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Den Schutz der Mitarbeiter im Werk hat sich Proxgy zur Aufgabe gemacht. Mit Hilfe von IoT-Technologie und intelligenten Wearables werden Arbeitsbedingungen in Echtzeit überwacht. Das System kann frühzeitig vor potenziell gefährlichen Situationen warnen, beispielsweise in Kranbereichen, und im Notfall automatisch eingreifen, um Unfälle zu verhindern.

Langfristige Verankerung von Innovation in der Unternehmenskultur

Die Aufnahme dieser Startups ist keine singuläre Aktion, sondern eingebettet in eine Reihe langfristig angelegter Innovationsprogramme des Unternehmens. Über einen Zeitraum von sieben Jahren hat Maruti Suzuki bereits Tausende Startups gesichtet, mit über zweihundert zusammengearbeitet und zweiunddreißig dauerhaft als Wertschöpfungspartner integriert. Initiativen wie der Maruti Suzuki Accelerator, das Inkubationsprogramm mit IIM Bangalore, die Mobility Challenge und das vor kurzem gestartete Pre-Incubation-Programm „Nurture“ bilden ein mehrstufiges Förderökosystem. Dieses bietet je nach Reifegrad der jungen Unternehmen passende Unterstützung, von der ersten Ideenvalidierung bis zur Co-Entwicklung marktreifer Lösungen für die Automobil- und Mobilitätsbranche.

Foto: MARUTI SUZUKI INDIA LIMITED