Der japanische Automobilhersteller Suzuki verstärkt sein Engagement im Bereich der Digitalisierung und Automatisierung. Über den konzerneigenen Risikokapitalfonds Suzuki Global Ventures beteiligt sich das Unternehmen an dem aufstrebenden Startup LINKWIZ. Dieses innovative Unternehmen hat seinen Sitz ebenfalls in Hamamatsu, der Heimatstadt von Suzuki, und gilt als Spezialist für intelligente Softwarelösungen im Bereich der Industriesteuerung.

Smarte Software für die Fabrik der Zukunft

LINKWIZ hat sich auf die Entwicklung von Steuerungssoftware für Industrieroboter spezialisiert. Die Kernkompetenz des Startups liegt in der Kombination von hochentwickelter 3D-Bildverarbeitung und präziser Robotersteuerung. Dadurch ermöglicht das Unternehmen eine umfassende digitale Transformation in der Produktion. Besonders im Fokus steht die Automatisierung von Arbeitsgängen, die bisher aufgrund von Abweichungen oder der Notwendigkeit einer optischen Prüfung nur schwer zu automatisieren waren. Durch die lückenlose Erfassung von Bearbeitungs- und Inspektionsergebnissen trägt die Technologie zudem maßgeblich zur Verbesserung der Qualitätsrückverfolgbarkeit bei.

Erste Erfolge in der Serienproduktion

Die Technologie von LINKWIZ ist für Suzuki kein reines Zukunftsszenario mehr, sondern bereits gelebte Praxis. An den Standorten in Hamamatsu und Kosai hat der Automobilhersteller die Lösungen des Startups erfolgreich integriert. Konkret konnten dort mehrere Schweißnahtprüfungen, die zuvor manuell durchgeführt wurden, auf einen automatisierten Roboterprozess umgestellt werden. Diese erfolgreiche Implementierung bildet die Grundlage für die nächste Stufe der Zusammenarbeit.

Gemeinsam die Produktion von morgen gestalten

Aufbauend auf diesen positiven Erfahrungen haben beide Unternehmen eine Absichtserklärung für eine gemeinsame Geschäftsentwicklung unterzeichnet. Ziel ist es, die Einsatzmöglichkeiten der Softwarelösungen über die Schweißnahtinspektion hinaus auf weitere Bereiche der Produktion auszuweiten. Hintergrund dieser Initiative ist der Wunsch, die Produktion am Standort Japan trotz des demografischen Wandels und des damit einhergehenden Rückgangs der Erwerbsbevölkerung langfristig zu sichern und gleichzeitig die Qualität insgesamt weiter zu stabilisieren.

Starke Partnerschaft für Innovationen aus der Region

Mit der Gründung des Fonds Suzuki Global Ventures im Jahr 2022 verfolgt der Konzern das Ziel, durch die Zusammenarbeit mit vielversprechenden Startups noch besser auf die Bedürfnisse seiner Kunden eingehen zu können. Die Investition in LINKWIZ ist ein klares Bekenntnis zum Standort Hamamatsu. Suzuki möchte gezielt die Kreativität und das technologische Know-how von Startups aus der eigenen Heimatregion fördern. Gemeinsam sollen neue Technologien und wegweisende Digitalisierungsmodelle für die Produktion entwickelt werden, die weit über die Grenzen Hamamatsus hinausstrahlen.

Ein Gewinn für beide Seiten

Der Vorstandsvorsitzende von LINKWIZ, Go Fukino, sieht in der Partnerschaft eine große Chance, die eigene Mission voranzutreiben: Die Revolutionierung der Arbeitswelt durch den Einsatz von Robotern, die menschliche Fähigkeiten erlernen und weitergeben. Sein Ziel ist es, mit den innovativen Lösungen des Unternehmens insbesondere in der Automobilherstellung stark von manueller Arbeit abhängige Prozesse zu verbessern und weltweit ein gleichbleibend hohes Qualitätsniveau zu erreichen. Die gemeinsame Entwicklungsarbeit mit Suzuki soll dabei helfen, sowohl die Qualität in der Produktion als auch in der gesamten Lieferkette zu steigern.

Kazuo Ichino, Senior Managing Officer bei Suzuki, betont ebenfalls das große Potenzial der Technologie von LINKWIZ. Durch die Verarbeitung von Punktwolken-Daten und die präzise Robotersteuerung erwartet er deutliche Fortschritte bei der Produktivität und der Qualitätssicherung von Schweißteilen. Besonders vielversprechend findet er die Möglichkeit, auch Werkstücke mit ungenauen Positionen oder wechselnden Formen automatisiert bearbeiten zu können – eine Aufgabe, an der herkömmliche Produktionslinien oft scheitern. Für Ichino ist diese Technologie ein Schlüsselwerkzeug auf dem Weg zu der von Suzuki angestrebten Smart Factory. In dieser Fabrik der Zukunft arbeiten Mensch und Maschine Hand in Hand, wobei jeder seine Stärken in einem klaren und einfachen Rahmen einbringen kann.

Foto: Suzuki Motor Corporation