Der Geländewagenmarkt der frühen 1990er-Jahre veränderte sich spürbar. Alltagstauglichkeit gewann gegenüber kompromissloser Offroad-Technik an Bedeutung. Suzuki bediente diesen Wandel mit der Baureihe ET/TA sehr erfolgreich. Um kaufkräftige Kundschaft anzulocken, reichte die einfache Serienausstattung jedoch bald nicht mehr aus. In den Jahren 1993 und 1994 brachten die Japaner deshalb zusammen mit dem spanischen Lizenzpartner Santana Motor ein ungewöhnliches Sondermodell auf den Markt. Das Suzuki Vitara Cabrio „by Philippe Cousteau“ bot Luxus auf kleinem Raum. Es war teuer, auffällig und extrem rar.

Hommage an einen verunglückten Ozeanografen

Wer hinter der Namensgebung ein reines Marketingprodukt vermutet, liegt nur teilweise falsch. Der Name geht direkt auf Philippe Pierre Cousteau zurück. Er war der zweite Sohn des bekannten Meeresforschers Jacques-Yves Cousteau und dessen Ehefrau Simone Melchior. Der 1940 geborene Franzose arbeitete als Taucher, Fotograf, Autor und Kameramann. Sein Schwerpunkt lag stets auf maritimen Umwelttechnologien. Im Juni 1979 verunglückte er im Alter von 38 Jahren tödlich. Sein Flugboot vom Typ Consolidated PBY-6A Catalina stürzte bei einer Wasserlandung auf dem Fluss Tejo nahe Lissabon ab. Suzuki nutzte den klangvollen Namen des verstorbenen Abenteurers, um dem Wagen ein modernes Image von Naturverbundenheit zu verleihen.

Suzuki Vitara Cabrio „by Philippe Cousteau“

Spanische Fertigung und begrenzte Stückzahl

Die Produktion des Cousteau-Modells übernahm das Werk von Santana Motor S.A. im andalusischen Linares. Das spanische Unternehmen baute Fahrzeuge in Lizenz für Suzuki. Erkennbar ist diese Herkunft bis heute an der Fahrgestellnummer. Sie beginnt ausnahmslos mit dem Herstellercode VSE. Die Fertigung war streng limitiert. Genau 1.000 Fahrzeuge verließen das Band in der Provinz Jaén. Die Hälfte lief in Polynesian Green vom Band, einem auffälligen Mintgrün. Die anderen 500 Exemplare erhielten die Lackierung Montego Bay Magenta, einen kräftigen Pinkton. Passende Farbcodes wie 18U oder 38U sicherten die Nachlieferung der Töne. Eine fortlaufende Nummer auf der hinteren Reserveradabdeckung dokumentierte den exklusiven Status jedes einzelnen Vitaras.

Hoher Aufpreis für optischen Luxus

Der Anschaffungspreis rief damals Erstaunen hervor. Suzuki verlangte 47.200;– DM für das Sondermodell. Das bedeutete einen Aufschlag von rund 20.000 D-Mark gegenüber der einfachen Serienversion des offenen Vitara. Für diese Differenz bekamen Käufer vor allem optische Modifikationen. Kotflügelverbreiterungen, Trittbretter aus Aluminium und ein Rammschutzbügel prägten das Äußere. Die Heckklappe trug eine Reserveradabdeckung aus Edelstahl, die in Wagenfarbe lackiert war. Ein maßgeschneidertes Stoffverdeck schützte vor Regen. Innen dominierten Vollledersitze in Beige oder Magenta, ergänzt durch ein Holzlenkrad und farbgleiche Veloursmatten mit Editionslogo. Schriftzüge auf der Motorhaube und seitliche Dekore machten den Unterschied zur Serie unübersehbar. Elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung und Servolenkung gehörten ebenfalls zur Ausstattung.

Solide Standardtechnik unter auffälligem Blech

Unter der bunten Hülle veränderte sich hingegen nichts. Suzuki nutzte die gewohnte Technik der Baureihe ET/TA. Ein Vierzylinder-Benzinmotor mit 1,6 Litern Hubraum trieb das kleine Cabrio an. Das Triebwerk leistete 59 kW, was exakt 80 PS entspricht. Die Schaltung erfolgte manuell über fünf Gänge. Der Allradantrieb ließ sich bei Bedarf manuell zuschalten. Bei einer Länge von knapp 3,62 Metern wog der Wagen leere 1.100 Kilogramm. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei überschaubaren 144 km/h. Ein technisches Highlight bildeten die Breitreifen im Format 255/55 R17 auf breiten Aluminiumfelgen der Größe 8Jx17H2. Diese Rad-Reifen-Kombination sah imposant aus, schränkte jedoch den Fahrkomfort spürbar ein.

Exotischer Youngtimer für Sammler

Das Experiment zeigte deutlich, wie stark sich das Segment der Geländewagen gewandelt hatte. Nutzwerte traten in den Hintergrund, Optik und Lifestyle dominierten den Kaufentscheid. Aus heutiger Sicht wirkt die Farbwahl extrem schrill. Genau das macht das Fahrzeug für Liebhaber der 1990er-Jahre interessant. Der extrem hohe Neupreis verhinderte damals große Verkaufszahlen. Viele Fahrzeuge litten im Laufe der Jahrzehnte unter typischem Rost an der Karosserie. Gut erhaltene Originale mit vollständiger Lederausstattung und intakter Seriennummer auf dem Reserveradträger sind extrem selten geworden. Sie gelten heute in der Suzuki-Szene als gesuchte Raritäten.

Bildquelle: Suzuki Vitara Philippe Cousteaux Edition von More Cars , lizenziert unter CC BY 2.0 .

Wie viele Fahrzeuge stellte Suzuki von der Philippe Cousteau Edition her?

Insgesamt verließen genau 1.000 Exemplare das Werk in Spanien. Die Produktion verteilte sich exakt gleichmäßig auf zwei Karosseriefarben. 500 Autos rollten in Polynesian Green vom Band. Die restlichen 500 Stück erhielten den Farbton Montego Bay Magenta. Eine fortlaufende Nummer auf der hinteren Reserveradabdeckung dokumentiert die exakte Position in der Serie.

Welche Besonderheiten zeichnen die Ausstattung des Sondermodells aus?

Das Fahrzeug bot für damalige Verhältnisse enormen Luxus. Breitere Reifen auf 17-Zoll-Aluminiumfelgen prägen die Optik. Lackierte Kotflügelverbreiterungen, ein Rammschutzbügel und Alu-Trittbretter werten das Äußere auf. Innen erwarten die Insassen Vollledersitze in Beige oder Magenta sowie ein feines Holzlenkrad. Farblich abgestimmte Veloursteppiche und eine Edelstahl-Reserveradabdeckung runden das Paket ab.

In welchen Farben verkaufte Suzuki das Cabriolet?

Der Hersteller bot das Sondermodell ausschließlich in zwei auffälligen Tönen an. Käufer wählten zwischen Polynesian Green, einem hellen Mintgrün, und Montego Bay Magenta, einem kräftigen Pinkton. Die passenden Farbcodes lauten 18U/1PV für die grüne Variante und 1PU/38U für das magenta Modell.

Wie hoch war der Neupreis des Suzuki Vitara Cousteau?

Suzuki verlangte 47.200 D-Mark für den exklusiven Allradler. Das war extrem viel Geld. Der Wagen kostete damit rund 20.000 D-Mark mehr als die einfache Basisversion des offenen Vitara.

Wer war der Namensgeber des Sondermodells?

Das Auto trägt den Namen von Philippe Pierre Cousteau. Er lebte von 1940 bis 1979. Als Sohn des berühmten Ozeanografen Jacques Cousteau arbeitete er als Taucher, Fotograf und Filmemacher. Er starb im Alter von 38 Jahren bei einem Flugbootabsturz in Portugal.

Wo fand die Produktion der Fahrzeuge statt?

Santana Motor baute die Autos in Lizenz. Die Fertigung erfolgte im spanischen Linares in der Provinz Jaén. Die Fahrgestellnummern dieser Serie beginnen deshalb immer mit dem Herstellercode VSE.

Welche Motorisierung treibt den Vitara an?

Ein Vierzylinder-Benzinmotor mit 1,6 Litern Hubraum sorgt für Vortrieb. Das Triebwerk leistet 80 PS beziehungsweise 59 kW. Ein manuelles Fünfganggetriebe überträgt die Kraft. Der Allradantrieb lässt sich bei Bedarf von Hand zuschalten. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 144 km/h.

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