Die Renault Deutschland AG hat ihr neu errichtetes Ersatzteillogistikzentrum in Brühl offiziell in Betrieb genommen. Die feierliche Einweihung fand am 17. Juni 2026 statt, weniger als ein Jahr nach dem ersten Spatenstich im Juni 2025. Mit diesem Neubau vollzieht der Automobilhersteller einen bedeutenden Schritt in der Neuausrichtung seiner After-Sales-Logistik in Deutschland.

Technologische Innovation im Lagerbetrieb

Im Herzen der neuen Anlage steht ein durchdachtes Automatisierungskonzept, das rund 90 Robotersysteme sowie ein hochautomatisiertes Lagersystem umfasst. Die autonomen Exotec-Skypod-Roboter übernehmen dabei zentrale Aufgaben wie die Lagerung, Kommissionierung und den Versand von Ersatzteilen. Das Gebäude erstreckt sich über eine Fläche von etwa 24.000 Quadratmetern und ersetzt ein veraltetes Lager aus den 1960er-Jahren.

Besonders bemerkenswert ist der Einsatz des sogenannten Goods-to-person-Prinzips. Dieses Konzept kehrt die herkömmliche Arbeitsweise im Lager grundlegend um: Statt dass die Mitarbeitenden durch die Gänge laufen, um Teile zu suchen, kommen die benötigten Ersatzteile direkt zu den Arbeitsplätzen. Dieser Ansatz verkürzt nicht nur die Wegezeiten erheblich, sondern verbessert auch die Ergonomie und Arbeitssicherheit. Mit einer Kapazität von bis zu 1.600 Behältern pro Stunde ermöglicht die Anlage eine deutlich beschleunigte Abwicklung.

Vorteile für Handel und Werkstätten

Die umfassende Modernisierung bringt konkrete Verbesserungen für die Partner von Renault. Die Bearbeitungszeiten reduzieren sich spürbar, und die Lieferzeiten können verkürzt werden. Gleichzeitig profitieren die Händler von späteren Bestellfristen bei gleichzeitig schnellerer Lieferung. Diese Optimierungen stärken die Leistungsfähigkeit des gesamten Händlernetzes und tragen zu einer höheren Kundenzufriedenheit bei. Der After-Sales-Bereich entwickelt sich dadurch zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen.

Nachhaltigkeit und moderne Arbeitsbedingungen

Neben der Effizienzsteigerung legt Renault Wert auf ökologische und soziale Aspekte. Das neue Gebäude wurde energieeffizient konzipiert und senkt den Energieverbrauch im Vergleich zum Vorgängerbau deutlich. Zudem kommen recycelte Lagerbehälter zum Einsatz, was die Nachhaltigkeitsziele des Konzerns unterstützt.

Für die 140 Mitarbeitenden bedeutet der Umzug in das neue Zentrum eine deutliche Aufwertung der Arbeitsbedingungen. Ergonomisch optimierte Arbeitsplätze, geringere körperliche Belastungen und der Wegfall von Arbeiten in großer Höhe erhöhen die Sicherheit und Attraktivität der Tätigkeiten. Florian Kraft, CEO der Renault Deutschland AG, betont die Bedeutung des Standorts für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und dankte dem Team vor Ort für sein Engagement.

Langfristige Strategie und Standortentwicklung

Mit der Inbetriebnahme des Zentrums industrialisiert Renault seine robotergestützte Ersatzteillogistik und setzt konsequent auf innovative Technologien. Das Logistikzentrum in Brühl fügt sich in die langfristige Strategie ein, operative Exzellenz, Nachhaltigkeit und Kundenzentrierung miteinander zu verbinden.

Die Verbindung von Renault mit Brühl reicht bis ins Jahr 1959 zurück. Über Jahrzehnte entwickelte sich der Standort zu einem zentralen Pfeiler der Deutschlandaktivitäten. Zwar wurde die Deutschlandzentrale 2023 nach Köln-Mülheim verlagert, doch Brühl bleibt mit dem Logistikzentrum ein wichtiger Standort. Ergänzt wird das Engagement in der Region durch die Renault Group Academy in Wesseling, das bundesweite Schulungszentrum für Vertriebs-, Service- und Technikmitarbeitende der Renault-Partner.

Foto: Renault Group

Warum hat Renault ein neues Logistikzentrum in Brühl gebaut?

Das alte Lager aus den 1960er-Jahren entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen an Geschwindigkeit, Verfügbarkeit und Effizienz. Mit dem Neubau reagiert Renault auf gestiegene Erwartungen im Ersatzteilgeschäft und schafft eine moderne Infrastruktur, die schnellere Abläufe und höhere Lieferqualität ermöglicht.

Welche technologischen Neuerungen kommen zum Einsatz?

Im Zentrum stehen rund 90 Robotersysteme, darunter autonome Exotec-Skypod-Roboter, die Lagerung, Kommissionierung und Versand übernehmen. Das „Goods-to-person“-Prinzip sorgt dafür, dass die Teile direkt zum Mitarbeiter kommen – nicht umgekehrt. Das spart Wegezeiten, erhöht die Ergonomie und verbessert die Arbeitssicherheit.

Wie groß ist das neue Zentrum und welche Kapazität hat es?

Die Halle umfasst rund 24.000 Quadratmeter, was etwa vier Fußballfeldern entspricht. Pro Stunde können bis zu 1.600 Behälter bewegt werden – eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorgängerstandort.

Welche Vorteile ergeben sich für Händler und Werkstätten?

Sie profitieren von kürzeren Lieferzeiten, späteren Bestellfristen und einer höheren Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Das reduziert Wartezeiten für Endkunden und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Partnerbetriebe.

Wie wirkt sich der Neubau auf die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden aus?

Die körperliche Belastung sinkt spürbar, weil schwere Teile nicht mehr manuell aus Regalen geholt werden müssen. Tätigkeiten in großer Höhe entfallen weitgehend, und die ergonomisch gestalteten Arbeitsplätze erhöhen sowohl Sicherheit als auch Attraktivität der Jobs.

Ist das Zentrum nachhaltig konzipiert?

Ja, das Gebäude ist energieeffizient ausgelegt und verbraucht deutlich weniger Energie als der alte Standort. Zudem werden recycelte Lagerbehälter verwendet, was die Umweltbilanz verbessert und zu den konzernweiten ESG-Zielen beiträgt.

Welche Bedeutung hat Brühl für Renault in Deutschland?

Renault ist seit 1959 in Brühl präsent. Auch wenn die Deutschlandzentrale 2023 nach Köln-Mülheim umzog, bleibt Brühl mit dem neuen Logistikzentrum ein zentraler Standort. Ergänzt wird das Engagement durch die Renault Group Academy im nahen Wesseling, ein Schulungszentrum für Partner-Mitarbeitende.

Was sagt die Unternehmensleitung zu dem Projekt?

Florian Kraft, CEO der Renault Deutschland AG, betont, dass das Zentrum ein strategischer Baustein für Wachstum und Kundenzufriedenheit sei. Automatisierung und Robotik würden gezielt eingesetzt, um Qualität und Effizienz im After-Sales-Bereich nachhaltig zu steigern.

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