Auf dem Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum im Jahr 2026 hat der russische Hersteller AVTOVAZ eine tiefgreifende Überarbeitung seines Offroad-Klassikers Lada Niva Legend präsentiert. Mehr als einhundert neue sowie über sechzig modernisierte Bauteile fließen in die aktuelle Version des Geländewagens. Gleichzeitig bleibt die äußere Erscheinung weitgehend unverändert – das legendäre Design wurde bewahrt.

Motor und Fahrleistungen
Unter der Haube arbeitet nun ein neuer 1,8-Liter-Vierzylinder, der bereits aus der Schwestermodellreihe Niva Travel bekannt ist. Das Aggregat soll mit einem deutlich besseren Durchzug überzeugen. Die maximale Drehmomentausbeute stieg um 24 Newtonmeter, wobei bei nur 1000 Touren bereits 80 Prozent des Drehmoments anliegen. Der Kraftstoffverbrauch soll in bestimmten Fahrsituationen um bis zu 30 Prozent sinken. Damit reagiert AVTOVAZ auf eine der häufigsten Kritiken am Vorgängermodell, das als durstig galt.

Fahrwerk und Handling
Die Vorderradaufhängung haben die Ingenieure überarbeitet, indem sie den Stabilisator weiter nach vorne versetzten. Das verbessert sowohl die Lenkpräzision als auch den Fahrkomfort auf schlechten Straßen. Die Niva Legend bleibt zwar kein Kompaktsportler, doch der Fortschritt ist spürbar.

Sicherheitsausstattung
Erstmals gibt es einen Fahrer-Frontairbag. Dafür musste die Karosseriestruktur im vorderen Bereich angepasst werden. Zudem kommen ein neues Lenkrad und eine überarbeitete Lenksäule zum Einsatz. Einen separaten Seitenairbag für den Fahrer sucht man hingegen vergeblich. Bei den Bremsen setzt AVTOVAZ auf belüftete Scheiben an der Vorderachse, die hitzeunempfindlicher sind und bei langen Bergabfahrten ihre Stärke ausspielen.

Komfort und Bedienung
Die Geräuschkulisse im Innenraum soll dank einer neu geformten Motorhaubendämmung sinken. Angenehmer für den Alltag ist auch der serienmäßige Pollenfilter. Der Schaltweg des Getriebes ist kürzer geworden, denn der Schalthebel sitzt nicht mehr direkt im Getriebegehäuse, sondern ist über eine Kulisse an den Fahrer herangerückt. Die Bedienung der Verteilergetriebes wurde vereinfacht: Statt zweier Hebel gibt es nun nur noch einen. Für mehr Fahrkomfort bei Vibrationen sorgt eine dritte Aufhängung des Verteilergetriebes.
Die Lenksäule und das Zündschloss stammen aus der Lada Granta, wobei der Zündschlüssel nun rechts vom Lenkrad sitzt. Zentralverriegelung mit einem einzigen Schlüssel für Türen und Zündung gehören ebenso zur Serienausstattung wie zweifarbige 16-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die Stoßfänger bestehen aus Aluminium und werden künftig schwarz lackiert.

Karosserie und Korrosionsschutz
Ein bedeutender Schritt ist die Verwendung von beidseitig verzinktem Stahl für zentrale Karosserieteile. Betroffen sind die Frontpartie, die Motorhaube, das Dach, die Außen- und Innenbleche der heckseitigen Klappe sowie die hintere Schürze. Das soll die Haltbarkeit unter harten Bedingungen wie Salz, Schlamm oder Feuchtigkeit erhöhen. Um diesen Werkstoff überhaupt einsetzen zu können, musste AVTOVAZ die Fertigungsprozesse beim Stanzen und Schweißen grundlegend umstellen.

Technische Randnotizen
Interessant ist die Beibehaltung des klassischen Reserveradstandorts. Bei der sportlicheren Niva Sport mit 16-Ventil-Motor hatte man sich davon verabschieden müssen. Die Überarbeitung zeigt, dass AVTOVAZ den Spagat zwischen Modernität und Tradition wagt – nicht immer gelingt er vollständig. Kritisch bleibt anzumerken, dass wichtige zeitgemäße Sicherheitsfeatures wie ein Beifahrerairbag oder Fahrassistenzsysteme weiterhin fehlen. Auch die Qualität der Verarbeitungsgenauigkeit wird sich im Langzeittest zeigen müssen. Gleichwohl ist die Überarbeitung der Niva Legend ein ehrgeiziger Versuch, einen robusten Klassiker alltagstauglicher zu machen, ohne seinen Charakter zu opfern.
Fotos: AVTOVAZ
Welcher Motor kommt nun in der Niva Legend zum Einsatz?
Statt des alten 1,7-Liters arbeitet unter der Haube ein neuer 1,8-Liter-Vierzylinder. Dieses Triebwerk ist aus der Niva Travel bereits bekannt und wurde für die Legend übernommen.
Wie hat sich die Leistung des Motors verändert?
Das maximale Drehmoment stieg um 24 Newtonmeter. Besonders auffällig ist, dass bereits bei 1000 Umdrehungen 80 Prozent des Drehmoments anliegen. Das verbessert das Anfahren und Klettern im Gelände deutlich.
Ist der Kraftstoffverbrauch gesunken?
Ja, in bestimmten Fahrsituationen soll der Verbrauch um bis zu 30 Prozent zurückgegangen sein. Das ist vor allem auf die höhere Effizienz des neuen Motors zurückzuführen.
Gibt es jetzt einen Airbag?
Erstmals ist ein Fahrer-Frontairbag serienmäßig an Bord. Dafür musste die Struktur der Karosserie im vorderen Bereich angepasst werden. Ein separater Seitenairbag für den Fahrer wird nicht angeboten.
Was hat sich bei den Bremsen getan?
Die Vorderräder verfügen nun über belüftete Bremsscheiben. Diese sind weniger anfällig für Überhitzung, etwa bei längeren Bergabfahrten oder häufigen Bremsmanövern im Gelände.
Wurde das Fahrwerk überarbeitet?
Ja, die Vorderradaufhängung ist neu abgestimmt. Der Stabilisator sitzt weiter vorne, was die Lenkpräzision und den Fahrkomfort auf unebenen Straßen verbessern soll.
Ist die Niva Legend jetzt rostresistenter?
Einige zentrale Karosserieteile bestehen nun aus beidseitig verzinktem Stahl. Dazu gehören die Frontpartie, die Motorhaube, das Dach und die Heckklappe. Das soll die Haltbarkeit unter widrigen Bedingungen erhöhen.
Hat sich die Bedienung im Innenraum verändert?
Der Schalthebel für das Getriebe sitzt nicht mehr direkt im Getriebegehäuse, sondern ist über eine Kulisse näher an den Fahrer herangerückt. Die Verteilergetriebebedienung wurde von zwei auf einen Hebel vereinfacht.
Ist es Innenraum leiser geworden?
Eine neu geformte Dämmung unter der Motorhaube soll die Geräuschkulisse senken. Zudem gibt es nun serienmäßig einen Pollenfilter.
Wurde das Reserverad verlegt?
Nein, es bleibt am klassischen Platz am Heck. Bei der sportlicheren Niva Sport musste man aus Platzgründen auf diese Lösung verzichten.
Welche Kritikpunkte bleiben?
Moderne Assistenzsysteme oder ein Beifahrerairbag sucht man weiterhin vergeblich. Auch die Verarbeitungsqualität im Detail wird sich im Langzeittest erst noch bewähren müssen. Die Niva Legend bleibt ein robustes, aber auch spartanisches Fahrzeug.
