Die aktuelle Lage auf deutschen Straßen
Im vergangenen Jahr kamen auf Deutschlands Straßen 2.814 Menschen ums Leben. Diese vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um zwei Prozent – 44 Todesopfer mehr als noch 2024. Besonders alarmierend ist, dass fast alle Gruppen von Verkehrsteilnehmern stärker betroffen waren. Gleichzeitig blieb die Zahl der Verletzten mit rund 366.000 auf einem konstant hohen Niveau, was zeigt, dass die Unfallrisiken keineswegs gesunken sind.
Angesichts dieser Entwicklung schlägt die Deutsche Verkehrswacht (DVW) Alarm. Die Organisation sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert ein grundlegendes Umdenken in der Verkehrssicherheitspolitik. Im Fokus müsse vor allem die Präventionsarbeit stehen, die in den vergangenen Jahren nicht die nötige Priorität erhalten habe.
Appell für mehr Prävention und Aufklärung
Kirsten Lühmann, Präsidentin der Deutschen Verkehrswacht, bringt die Dringlichkeit der Lage auf den Punkt: Die erneute Zunahme der Todesfälle sei ein klares Warnsignal, das niemand ignorieren dürfe. Im Durchschnitt sterbe nach wie vor jeden Tag acht Menschen im Straßenverkehr – eine Zahl, die sich seit Jahren auf diesem erschreckenden Niveau bewegt.
Lühmann betont, dass nun vor allem die Verkehrserziehung gestärkt werden müsse. Dazu gehören mehr Mobilitätstrainings für verschiedene Altersgruppen sowie eine wirksame Aufklärung, die früh ansetzt. Besonders wichtig sei es, wieder enger zusammenzuarbeiten und die Kräfte zu bündeln, um nachhaltige Erfolge in der Verkehrssicherheitsarbeit zu erzielen.
Schulwegsicherheit im Fokus
Ein Bereich, in dem die Zusammenarbeit bereits vielerorts vorbildlich funktioniert, ist die Sicherheit auf dem Schulweg. Hier zeigt sich, wie Eltern, Schulen, Polizei und Verkehrswachten gemeinsam Verantwortung übernehmen. Diese Kooperation will die Deutsche Verkehrswacht gezielt stärken und hat sich daher erstmals ein Jahresthema gegeben: Im Jahr 2026 steht die Schulwegsicherheit im Mittelpunkt der Verbandsarbeit.
Ziel ist es, sowohl bewährte Konzepte als auch neue Ansätze der örtlichen Verkehrswachten sichtbarer zu machen. Von Schulwegtrainings über die Radfahrausbildung bis hin zu Aktionen gegen sogenannte Elterntaxis oder das Engagement von Schülerlotsen – die DVW möchte vor Augen führen, wie gelungene Mobilitätserziehung in der Praxis aussieht. Gleichzeitig soll deutlich werden, dass diese Erfolge ohne ehrenamtliches Engagement nicht möglich wären und wie wichtig dieses Engagement für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer bleibt.
Quelle: Deutsche Verkehrswacht
