20 Jahre Renault Twingo

20 Jahre Renault Twingo

Jubiläum für ein Kultauto: Seit 20 Jahren ist der Renault Twingo in Deutschland am Start. Als der kleine Franzose 1993 hierzulande auf die Straßen rollte, war er eine Sensation: ein Kleinwagen mit dem Konzept eines Monospace im futuristi­schem Bio-Design und mit hohem Niedlichkeitsfaktor. Seinem unwiderstehlichen Charme konnten sich die Auto­fahrer(innen) nicht entziehen: Mehr als 500.000 Exemplare der ersten Generation fanden allein in Deutschland einen Käufer. Auch die zweite Modellgeneration, die 2007 debütierte, entpuppte sich als Bestseller. Deutlich gereift und vorbildlich sparsam, trat sie eine echte Weltkarriere an. Heute ist der flotte Zweitürer aktueller denn je: Der kompakte Cityflitzer bietet mit sparsamen Motoren, der Variabilität eines Vans und Ausstattungsmerkmalen deutlich höherer Fahrzeugklassen agilen und umweltverträglichen Fahrspaß.


Paris, im Oktober 1992: Auf der „Mondial de l’Automobile“ zündet ein wahres Neuheitenfeuerwerk. Der Star im Parc des Expositions an der Porte de Versailles ist jedoch kein hochpotenter Sport­wagen und keine voluminöse Luxuslimousine, sondern ein frecher Cityflitzer, der so gar nicht ins gängige Bild vom Kleinwagen passt. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein Van im Mini-Format. Motor-, Fahrgast- und Kofferraum bilden eine Einheit, ganz wie beim großen Markenbruder Espace. Sein Name: Renault Twingo.

Der Name des selbstbewussten Winzlings verheißt Schwung, Fröhlichkeit und Pfiff. Passend dazu grinst das Unikum die Messebesucher nach dem „Kindchen­schema“ aus zwei großen, freundlich blickenden Schein­werfern an. Vor allem Frauen erliegen diesem Trick, wie die Statistik belegt: Rund zwei Drittel der Twingo Kundschaft sind weiblich.

Was Fachpresse und Käufer aber ganz besonders begeistert: Der Twingo verbindet jugendlichen Charme mit handfesten praktischen Vorteilen. Auf nur 3,43 Meter Länge überrascht der Kleinwagen mit Platz in Hülle und Fülle. Besonderer Clou ist die um 17 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rücksitzbank. Je nach Einsatz­zweck stehen damit üppiger Fußraum im Fond oder bis zu 261 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Möglich macht das üppige Platzangebot der Mix aus langem Radstand (2,34 Meter), überdurchschnittlicher Breite (1,63 Meter) und stolzer Höhe (1,42 Meter). Dank der extrabreiten Türen sind die Rücksitze auch für Hinterbänkler ohne Yoga-Kenntnisse zugänglich.

Das futuristische Interieur mit seiner zentral platzierten, digitalen Kombianzeige im „Sichtschlitz“-Design sowie dem kugelförmigen Schalter für den Warn­blinker tanzt ebenfalls komplett aus der Reihe. Für zusätzlichen Pep sorgen frische Farben und lebhaft gemusterte Polsterstoffe. Ab 1994 bringt Renault alle zwei Jahre eine neue Twingo Kollektion heraus, die sich an aktuellen Modetrends orientiert. So wird der Kleinwagen zum Botschafter des französischen Chics und bleibt stets à jour.

Eher knapp gehalten ist beim Marktstart 1993 die Ausstattungsliste des gallischen Nonkonformisten. Als einzige Motorisierung dient ein 40 kW/55 PS starker 1,2-Liter-Vierzylinder. Als Extras sind gerade einmal zwei Posten verfügbar: Klimaanlage und Faltdach. In geöffnetem Zustand vermittelt dieses fast schon Cabrio-Feeling und ist deshalb besonders stark nachgefragt.

Im Lauf der 15-jährigen Modellkarriere erstarkt das gründlich überarbeitete Aggregat auf 43 kW/60 PS. Außerdem stellt ihm Renault später den deutlich kräftigeren 1.2 16V mit 55 kW/75 PS zur Seite. Und die Topvariante Initiale enthält schließlich Details wie Klimaanlage, CD-Radio und Lederausstattung, damals noch das Privileg weit größerer Fahrzeuge. Auf Wunsch ist sogar ein Navigationsradio erhältlich.

Nicht die einzigen Neuerungen für den kultigen Franzosen: Damit der Twingo besser durch den Stadtverkehr wuseln kann, statten ihn seine Schöpfer im Zuge der Modellpflege ab Werk mit der geschwindigkeitsabhängigen elektrischen Servolenkung aus, die sich im Stadtbetrieb mit dem sprichwörtlichen kleinen Finger bedienen lässt. Außerdem geht serienmäßig das Programmierte Rückhaltesystem von Renault mit je zwei Front- und Seiten­airbags an Bord. Das ehemals recht übersichtliche Options­angebot wird um das automatisierte Schaltgetriebe Quickshift-5 bereichert, welches das Kupplungspedal überflüssig macht.

Das Konzept ist so erfolgreich, dass der Twingo 15 Jahre ohne einschneidendes Facelift vom Band läuft. Allein in Deutschland verkauft Renault 517.600 Exemplare des charmanten Minis. Insgesamt fertigt der französische Hersteller rund 2,5 Millionen Twingo. Damit gehört der kompakte Monospace zu den meist- und längst­gebauten Modellen der Marke. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Im kolumbianischen Envigado rollt der erste Twingo bis heute aus der Fabrik.

Veränderung bedeutet oftmals Fortschritt. Das gilt auch für den Twingo. 2007 stellt Renault die neue Generation des Kleinwagens vor. Das Nachfolgemodell bietet mehr Platz, mehr Motoren, mehr Variabilität, mehr Ausstattungen – und es wirkt deutlich gereifter und erwachsener. Anstelle der freundlich grinsenden Kulleraugen bestimmen jetzt groß dimensionierte Scheinwerfer in Tropfenform die Front. Gelungene Reminiszenz an den Vor­gänger: Die Motorhaube kommt weiterhin ohne Kühlergrill aus.

Mit 3,6 Meter Länge übertrifft der neue Twingo den alten um 17 Zentimeter. Der Radstand legt auf 2,37 Meter zu, die Breite auf 1,65 Meter und die Höhe auf 1,47 Meter. Mit den Dimensionen nimmt auch die Innenraum­flexibilität zu. Alternativ zur einteiligen Rück­sitzbank stehen für den Twingo Fond zwei Einzelsitze zur Verfügung (Serie bei Liberty und Luxe), die sich separat um bis zu 22 Zentimeter in Längsrichtung verschieben lassen. In vorders­ter Stellung steigt das Kofferraumvolumen dann auf 285 Liter nach VDA-Norm. Bei umgelegter Rückbank beträgt die Ladekapazität je nach Art der Fondmöblierung stol­ze 951 oder 959 Liter.

Deutlich größer als beim Ur-Twingo ist von Anfang an die Motorenauswahl. Das Programm besteht zum Marktstart aus drei 1,2-Liter-Benzintriebwerken sowie – erstmals in der Twingo Modellhistorie – einem Dieselaggregat. Alle Triebwerke erfüllen die Kriterien für das neu geschaffene Renault Umweltlabel „eco2“ und stoßen maximal 140 Gramm CO2 pro Kilometer aus, der 1.5 dCi mit 47 kW/64 PS sogar nur 113 Gramm pro Kilometer.

Auch sechs Jahre später können Twingo Fahrer immer noch zwischen vier Aggregaten wählen. Der Benziner 1.2 LEV 16V 75 ist in zwei Varianten verfügbar, die 5,1 bzw. 4,5 Liter Super pro 100 Kilometer benöti­gen solleb und 119 bzw. 105 g CO2/km emittieren. Der Turbo­diesel dCi 85 soll sich trotz Leistungszuwachs auf 63 kW/86 PS sogar mit 3,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer begnügen und stößt nur 85 g CO2/km aus. Damit unterbieten sie die zwischenzeitlich verschärfte Obergrenze von 120 g CO2/km für das Prädikat „eco2“ und machen den Twingo zu einem der effizientesten Fahrzeuge seiner Klasse. Auch der 1.2 16V 75 mit Quickshift-5-Getriebe soll mit 5,6 l/100 km (130 g CO2/km) zeitgemäß verbrauchsgünstig sein.

Zugelegt hat der Twingo auch in puncto Auswahl­möglichkeiten. Heute bietet Renault drei Ausstattungsniveaus an, mit denen sich der Kleinwagen an die Wünsche verschiedener Zielgruppen anpassen lässt. Unter anderem sind ein 4×15-Watt-CD-MP3-Radio, die Bluetooth®-Freisprechein­richtung und die Funktion Plug & Music zum Abspielen von Sounddateien externer Audio-Träger erhältlich (Serie für Liberty und Dynamique). Die serienmäßige Zentral­verriegelung mit Funkfernbedienung, der Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer (Serie für Liberty und Dynamique) und die manuelle Klimaanlage (Serie für Dynamique) bringen zeitgemäßen Komfort an Bord.

Für echtes Twingo Feeling sorgt nach wie vor das große Faltdach, jetzt mit elektrischer Betätigung (Serie für Liberty). Alternativ bietet Renault das Panorama-Glasschiebedach mit Infrarot-Filterglas, Pre-Select-Funktion und Sonnenschutz an, ebenfalls elektrisch.

Vorneweg fährt die zweite Modellgeneration in Sachen Personali­sierung. Wer seinem Twingo ein unverwechselbares Äußeres geben möchte, kann in der Twingo Boutique unter einer großen Auswahl an Dekorelementen für B-Säulen und Türen wählen. Hinzu kommen unterschiedliche Dekors für das Dach, bunte Außenspiegelgehäuse und eine große Auswahl an Radzierblenden und Leichtmetallfelgen.

Der Twingo ist es auch, der sich Ende 2011 als erstes Serienmodell mit dem neuen Markengesicht zeigt. Kennzeichen ist das prominent platzierte Firmenlogo. Damit das chromfarbene Emblem noch plastischer hervortritt, unterlegen es die Designer mit einer schwarzen, quer über die Frontpartie verlaufenden Blende, welche die Scheinwerfer elegant miteinander verbindet. Zwei groß­formatige kreisrunde Nebelleuchten erinnern an das Gesicht des Ur-Clio.

Auch die zweite Twingo Generation erweist sich für Renault als Erfolgsmodell. Bis Ende 2012 laufen rund 766.000 Exemplare vom Band. Trotz deutlich härterer Konkurrenz ist der Twingo in der Kleinwagenklasse das Maß der Dinge. Er gehört bis heute zu den absoluten Bestsellern unter den „Kleinen“ und dies weltweit: Renault vertreibt den Twingo aktuell in 48 Ländern rund um den Globus.

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Fotos: Renault

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