Reiseübelkeit im Auto: Ford arbeitet an Lösungsmöglichkeiten

Zwei Drittel aller Menschen war es im Auto irgendwann schon einmal schlecht

Fahle Gesichtsfarbe und Schweißausbrüche des oftmals hinten sitzenden Fahrzeuginsassen sind allerletzte Warnungen vor dem drohenden Ungemach, begleitet von der verbalen Statusmeldung: „Mir ist kotzübel!“. Es folgt dann nicht selten ein kurzer, heftiger Showdown bis zum bedauerlichen Finale. Auch im bevorstehenden Osterreiseverkehr, wenn Millionen Menschen mit dem Auto in den Kurzurlaub fahren, wird es wieder passieren – so oder so ähnlich.

Ursache der Reiseübelkeit und ihrer Folgen – einem Phänomen, das in der Schifffahrt als Seekrankheit bekannt ist –, sind Fehlanpassungen im Gehirn, das Signale des Gleichgewichtssinns nicht korrekt mit denen des Auges abgleicht. Zwei Drittel aller Menschen war es im Auto irgendwann schon einmal schlecht, rund ein Drittel litt bereits an physischen Übelkeits-Symptomen. Kinder und Jugendliche sind am schlimmsten betroffen, insbesondere, wenn sie beim Autofahren lesen, Filme anschauen oder mit Videospielen beschäftigt sind. Eine von Ford in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass selbst Erwachsenen, die unterwegs auf Bildschirme starren, nach durchschnittlich nur zehn Minuten übel wurde. Ein möglicherweise schwacher Trost: Auch Haustiere können von Reiseübelkeit betroffen sein. Die gute Nachricht: Babys werden nicht reisekrank, die Anfälligkeit für Reiseübelkeit im Auto erwächst erst mit dem Moment, in dem Kleinkinder zu laufen anfangen.

Gute Einsicht auf die Straße vermindert Übelkeit der Mitfahrer

Bei ersten Tests im Ford Research and Innovation Center wurde festgestellt, dass, wenn Bildschirme im Innenraum des Fahrzeugs höher montiert werden und die vorausliegende Straße gut gesehen werden kann, die Mitfahrer weniger wahrscheinlich an Übelkeit leiden. Experimentell werden nun alternative Wege erforscht, wie der Fahrtverlauf von Passagieren besser eingesehen werden kann, so dass sich die Sinne besser auf kurvenreiche Straßen oder holprige Pisten einstellen können.

Ratschläge von Prof. Bos zur Minderung von Reiseübelkeit

  • Passagiere sollten eher in der Mitte der Rücksitzbank oder vorzugsweise vorne im Auto sitzen, um die vorausliegende Straße besser überblicken zu können
  • Vorausschauend fahren – plötzliches Abbremsen, starke Beschleunigung und Schlaglöcher vermeiden
  • Passagiere dürfen Cola trinken und Ingwerplätzchen essen, aber Kaffee sollte tabu sein
  • Kopfstützen korrekt einstellen, um den Kopf bestmöglich in einer angenehmen Position halten zu können
  • Klimaanlage betätigen oder mal das Seitenfenster für frische Luft öffnen

Foto: Ford

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