VCD begrüßt ökologischen Richtungswechsel der Verkehrspolitik im Südwesten
Mit dem ersten grün-roten Regierungsbündnis in Baden-Württemberg kann eine Zeitenwende in der Verkehrspolitik eingeleitet werden. Der ökologische Verkehrsclub VCD begrüßt die Ankündigungen der neuen Landesregierung für eine ökologische Ausrichtung des Verkehrs ausdrücklich. Neben der stärkeren Förderung des Umweltverbunds hat Grün-Rot auch den ökologischen Umbau der Autoindustrie im Visier.


Monika Ganseforth vom VCD-Bundesvorstand: „Der künftige baden-württembergischen Ministerpräsident Winfried Kretschmann möchte sich auf EU- und Bundesebene für eine sukzessive Verschärfung der CO2-Grenzwerte für Pkw einzusetzen. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaverträglicheren und nachhaltigen Ausrichtung der Verkehrspolitik. Ob bei den CO2-Grenzwerten für Pkw oder für Transporter: Immer wieder verzögert und verwässert die Bundesregierung ökologische Vorgaben aus Brüssel. Die grün-rote Landesregierung hat nun die Chance, den ökologischen Umbau zum Wohle von Mensch und Umwelt konstruktiv voranzutreiben.” Von niedrigeren Verbräuchen profitierten letztlich alle, so Ganseforth weiter: „Ambitionierte CO2-Vorgaben helfen nicht nur der Umwelt, sondern senken auch den Verbrauch und die Ausgaben der Verbraucher, stärken die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Autoindustrie und verringern die Abhängigkeit von Erdölimporten.”

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Winfried Kretschmann hat Recht: Nur mit energieeffizienten Autos ist die Automobilindustrie zukunftsfähig, außerdem muss sie sich auf eine geänderte Mobilitätskultur im eigenen Land mit weniger Autoverkehr einstellen. Im Gegensatz zum Branchenverband VDA und konservativen Betonpolitikern haben fortschrittliche Mitarbeiter der Autohersteller längst erkannt, dass das Geschäftsmodell ›Rennreiselimousine in Privatbesitz‹ an seine Grenzen stößt. Beispielsweise bietet der schwäbische Automobilhersteller Daimler in einem Modellversuch in Ulm hunderte zweisitzige Kleinwagen zur Nutzung an, die minutengenau abgerechnet werden. Das Modell erfreut sich großer Beliebtheit und wird auch in Austin/Texas und Hamburg weitergeführt.” Die Industrie dürfe sich nicht weiter auf dem Wachstum in China und Russland ausruhen, wo derzeit teure Premiumfahrzeuge vor allem bei den neuen Geldeliten noch steigenden Absatz finden. Dies könne sich schnell ändern, wenn Klimaschutzpolitik auch in diesen Märkten an Bedeutung gewinnt und breitere Käuferschichten aus diesen Ländern verbrauchsarme und kostengünstige Autos nachfragen.

Lottsiepen: „Winfried Kretschmann stößt offensiv eine wichtige Diskussion zum Klimaschutz und zur Zukunftsfähigkeit der Automobilindustrie an. Die Autolobby sollte nicht reflexartig auf Abwehr schalten, sondern die Diskussion um eine zukunftsfähige Mobilität annehmen. Nur so sind die Arbeitsplätze am Automobilstandort Deutschland zu sichern.”

Foto: VCD

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