Neuer Name, erweiterte Funktionen: DAVIS löst bisheriges Sprachsystem ab
Daihatsu hat sein internes System zur sprachgesteuerten Erfassung von Inspektionsergebnissen einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. Seit Mai 2026 rollt der Hersteller die Lösung unter dem neuen Namen DAVIS bei den Vertriebsgesellschaften aus. Das Akronym steht für Daihatsu Voice Inspection System.
Herausforderungen in der Autowerkstatt: Personalmangel und komplexere Technik
Die Wartung von Fahrzeugen wird zunehmend anspruchsvoller. Zum einen fehlt es vielerorts an qualifizierten Mechanikern, zum anderen steigt die technische Komplexität der Fahrzeuge stetig. Daihatsu begegnet diesen Problemen mit einer stärkeren Standardisierung und Systematisierung der Arbeitsabläufe. Das Ziel: höhere Arbeitssicherheit, bessere Wartungsqualität, verbesserte Compliance, eine gleichmäßigere Auslastung der Kapazitäten sowie die Integration von weniger erfahrenen Kräften in den Arbeitsprozess.
So funktioniert die sprachgesteuerte Erfassung
Das System gibt während der Fahrzeuginspektion und -wartung die Prüfpunkte per Sprachausgabe aus. Gleichzeitig erkennt es die gesprochenen Rückmeldungen der Mechaniker und trägt die Ergebnisse automatisch in die digitale Dokumentation ein. Seit der ersten Einführung im Jahr 2018 wurde die Technologie landesweit in 38 Vertriebsgesellschaften implementiert. Aktuell kommt sie dort bei rund 30 Prozent aller Inspektionsvorgänge zum Einsatz.
Was sich mit dem Relaunch konkret ändert
Bislang unterstützte die Lösung vor allem die gesetzlich vorgeschriebenen Inspektionen nach sechs und zwölf Monaten. Mit der Überarbeitung wurde das System um die 24-Monats-Inspektion erweitert. Diese umfasst besonders viele Arbeitsschritte sowie komplexe Prüf- und Bewertungsvorgänge. Durch die Ausweitung soll nicht nur die Prüfqualität steigen, sondern auch die Arbeitsbelastung der Mechaniker sinken.
Ein weiterer technischer Fortschritt betrifft die Anbindung an die kundenzentralen Systeme der Vertriebsgesellschaften. Dort werden alle relevanten Fahrzeug- und Kundeninformationen verwaltet. Durch die neue Integration lassen sich Angebotsdetails künftig automatisch übernehmen. Zudem arbeitet Daihatsu daran, den Dateneingang weiter zu beschleunigen – etwa durch den Import von elektronischen Fahrzeugprüfberichten.
Potenziale und Grenzen
Sprachbasierte Systeme können den Dokumentationsaufwand in Werkstätten tatsächlich reduzieren, insbesondere bei standardisierten Prüfabläufen. Die Entlastung der Mechaniker ist jedoch nur dann spürbar, wenn die Spracherkennung zuverlässig arbeitet und sich nahtlos in bestehende Arbeitsumgebungen einfügt. Hier zeigen Erfahrungen aus anderen Branchen, dass Hintergrundgeräusche, Dialekte oder uneinheitliche Sprechweisen die Erkennungsrate beeinträchtigen können. Ob DAVIS diese Hürden im Werkstattalltag meistert, bleibt abzuwarten.
Ebenfalls kritisch zu betrachten ist die Abhängigkeit von einer durchgängigen digitalen Infrastruktur. Fällt die Verbindung zu den Kundensystemen aus oder ist der Datenimport fehlerhaft, kann dies zu Medienbrüchen führen, die den Arbeitsfluss eher behindern als verbessern.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Daihatsu kündigt an, das System kontinuierlich weiterzuentwickeln. Das übergeordnete Ziel bleibt die Umsetzung einer mobilitätsorientierten Gesellschaft, die den Alltag der Kunden erleichtert – bei gleichzeitiger Steigerung von Effizienz und Qualität in den Werkstätten. Ob die Lösung über den japanischen Markt hinaus ausgerollt wird, ist bislang nicht bekannt.
Foto: DAIHATSU MOTOR CO., LTD.
Was ist DAVIS und wofür steht der Name?
DAVIS ist die Abkürzung für Daihatsu Voice Inspection System. Es handelt sich um ein überarbeitetes, sprachgesteuertes System zur Erfassung von Inspektionsergebnissen, das Daihatsu seit Mai 2026 bei seinen Vertriebsgesellschaften ausrollt.
Welches Problem löst das System?
Der Systementwicklung liegt der Fachkräftemangel im Mechanikerhandwerk zugrunde, gepaart mit der zunehmenden technischen Komplexität moderner Fahrzeuge. Daihatsu reagiert mit einer stärkeren Standardisierung der Arbeitsabläufe, um die Arbeitssicherheit zu erhöhen, die Wartungsqualität zu verbessern und auch weniger erfahrenen Kräften den Einstieg zu erleichtern.
Wie arbeitet die sprachgesteuerte Erfassung technisch?
Während der Fahrzeuginspektion gibt das System die Prüfpunkte per Sprachausgabe vor. Der Mechaniker spricht die Ergebnisse zurück, woraufhin die Software diese erkennt und automatisch in die digitale Dokumentation überträgt. Ein manuelles Eintippen der Befunde entfällt damit weitgehend.
Seit wann gibt es das System und wie verbreitet ist es?
Die erste Version wurde bereits 2018 eingeführt. Bis heute haben 38 Vertriebsgesellschaften landesweit die Technologie implementiert. Bei diesen Gesellschaften kommt sie aktuell bei etwa 30 Prozent aller Inspektionsvorgänge zum Einsatz.
Welche Inspektionen werden nun unterstützt?
Bislang deckte das System vor allem die gesetzlich vorgeschriebene Sicherheitsinspektion nach sechs Monaten und die Pflichtinspektion nach zwölf Monaten ab. Mit der Überarbeitung wurde die Unterstützung auf die umfangreiche 24-Monats-Inspektion ausgeweitet, die besonders viele Arbeitsschritte und komplexe Bewertungen umfasst.
Inwiefern wird die Mechaniker entlastet?
Durch die automatische Dokumentation entfällt zeitaufwendiges Schreibwerk. Zudem reduziert die Systemführung das Risiko, Prüfpunkte zu übersehen. Gerade bei der komplexen 24-Monats-Inspektion soll die Arbeitsbelastung spürbar sinken, während die Prüfqualität steigt.
Welche technischen Neuerungen gibt es neben der Spracherkennung?
Das System wurde an die kundenzentralen Verwaltungssysteme der Vertriebsgesellschaften angebunden. Dadurch lassen sich Angebotsdetails künftig automatisch übernehmen. Darüber hinaus arbeitet Daihatsu am Import elektronischer Fahrzeugprüfberichte, um den Dateneingang weiter zu beschleunigen.
Gibt es auch Nachteile oder Risiken bei der Nutzung?
Hintergrundgeräusche in der Werkstatt, Dialekte oder uneinheitliche Sprechweisen können die Erkennungsgenauigkeit beeinträchtigen, wie Erfahrungen aus anderen Branchen zeigen. Zudem besteht eine Abhängigkeit von einer stabilen digitalen Infrastruktur. Bei Verbindungsproblemen zu den Kundensystemen drohen Medienbrüche, die den Arbeitsfluss eher behindern als verbessern können.
Wird das System außerhalb Japans eingeführt?
Bislang hat Daihatsu keine Pläne für einen Ausrollung über den japanischen Markt hinaus bekannt gegeben. Der Fokus liegt zunächst auf der Optimierung für die eigenen Vertriebsgesellschaften im Inland.
Wie soll es mit DAVIS weitergehen?
Daihatsu kündigt eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Systems an. Oberstes Ziel ist die Steigerung von Effizienz und Qualität in den Werkstätten, um langfristig eine mobilitätsorientierte Gesellschaft zu unterstützen, die den Alltag der Kunden erleichtert.
