Opel, Stellantis Germany und der Projektentwickler VGP haben gemeinsam das Richtfest für den neuen grEEn-campus in Rüsselsheim gefeiert. Auf dem Gelände an der Mainzer Straße entsteht die künftige globale Zentrale von Opel sowie die Deutschlandzentrale von Stellantis. Der Rohbau der zentralen Gebäudeteile ist weitgehend abgeschlossen. Nun beginnt abschnittsweise der Innenausbau. Der Zeitplan wird eingehalten. Die Bauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte 2027 enden.

grEEn-campus in Rüsselsheim

Ein Projekt mit Ansprüchen

Der Campus erstreckt sich über eine Grundstücksfläche von 114.000 Quadratmetern. Geplant sind ein Verwaltungsgebäude mit rund 23.000 Quadratmetern, ein Forschungs- und Entwicklungsgebäude inklusive Designzentrum auf etwa 36.000 Quadratmetern sowie ein Parkhaus mit ungefähr 55.000 Quadratmetern. Im Verwaltungsgebäude werden die Unternehmenszentrale von Opel und die Stellantis-Germany-Zentrale untergebracht. Hier entstehen moderne Arbeitsplätze, die flexibles Arbeiten und Teamarbeit unterstützen sollen. Gleiches gilt für das Forschungs- und Entwicklungsgebäude sowie das Designzentrum, wo künftig alle Opel-Modelle designt und entwickelt werden.

grEEn-campus in Rüsselsheim

Nachhaltigkeit als zentraler Baustein

Für den gesamten Campus wird die DGNB-Zertifizierung in Gold angestrebt. Dieses Siegel zeichnet besonders nachhaltige Gebäude aus. Ein Schwerpunkt liegt auf der Reduzierung der CO₂-Emissionen, die bei der Konstruktion anfallen – der sogenannte Embodied Carbon. Zudem kommen Baustoffe zum Einsatz, die eine gute Innenraumqualität gewährleisten sollen.

Die Energieversorgung des Campus erfolgt über eine Photovoltaikanlage, die in ein Gründach integriert ist. Die Dachbegrünung fördert die Biodiversität, verbessert das Mikroklima und unterstützt die Kühlung der Gebäude. Ergänzt wird das Konzept durch ein oberflächennahes Geothermiesystem unter dem künftigen Parkhaus. Es zählt zu den größten Anlagen dieser Art in Deutschland. Das System nimmt Wärme aus dem Boden auf und speichert sie. In Verbindung mit hocheffizienten Wärmepumpen wird die gespeicherte Energie ganzjährig zum Heizen und Kühlen genutzt. Der dafür benötigte Strom stammt größtenteils von der Photovoltaikanlage vor Ort.

grEEn-campus in Rüsselsheim

Stimmen aus Politik und Wirtschaft

Florian Huettl, CEO von Opel & Vauxhall sowie Managing Director von Stellantis Germany, zeigte sich beim Richtfest zuversichtlich. Der Campus nehme zunehmend Gestalt an. Man schaffe ein modernes und nachhaltiges Arbeitsumfeld, das die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den Mittelpunkt stelle und Raum für Zusammenarbeit, Kreativität und Innovation biete. Die Investition sei ein starkes Signal für den Standort. Mit dem grEEn-campus setze man einen wichtigen Baustein des Zukunftsplans Deutschland um und stärke Rüsselsheim als Entwicklungs- und Innovationszentrum.

Jan Van Geet, CEO der VGP Group, betonte, dass man einen traditionsreichen Industriestandort nachhaltig weiterentwickle und in eine neue, zukunftsfähige Nutzung führe. Das Richtfest markiere einen wichtigen Meilenstein. Gemeinsam mit Opel, Stellantis Germany und der Stadt Rüsselsheim schaffe man Raum für Forschung, Innovation und moderne Arbeitswelten.

Patrick Burghardt, Oberbürgermeister von Rüsselsheim am Main, hob hervor, dass der Wandel des traditionsreichen Opel-Standorts mit dem Campus Schritt für Schritt sichtbar werde. In einer Zeit tiefgreifender Veränderungen in der Automobilindustrie seien solche Investitionen ein wichtiges Signal für den Standort. Der grEEn-campus sei ein starkes Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt und zeige ihr Potenzial für Innovationen, hochwertige Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke.

grEEn-campus in Rüsselsheim

Ein Leuchtturmprojekt mit Fragezeichen

Der grEEn-campus wird als Leuchtturmprojekt im Rahmen der „Made for Germany“-Initiative geführt. Dahinter steht ein Zusammenschluss führender Unternehmen und Investoren aus verschiedenen Branchen, die sich für eine starke und zukunftsfähige Wirtschaft in Deutschland einsetzen. Ob das Projekt tatsächlich die erhofften Impulse für die Region bringen wird, bleibt abzuwarten. Die Automobilindustrie steht vor massiven Umbrüchen. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen schwankt, die Konkurrenz aus Asien wird stärker, und die politischen Rahmenbedingungen ändern sich beständig. Dass Opel und Stellantis in dieser Phase einen Neubau dieser Größenordnung realisieren, ist bemerkenswert. Es zeigt zumindest den Willen, am Standort Rüsselsheim festzuhalten und in die Zukunft zu investieren. Ob die hochgesteckten Nachhaltigkeitsziele tatsächlich erreicht werden, wird sich erst in der Betriebsphase zeigen. Die Kombination aus Geothermie und Photovoltaik klingt vielversprechend, doch die tatsächliche Effizienz solcher Anlagen hängt von vielen Faktoren ab – von der Witterung bis zur Wartung. Auch die Frage, ob die neuen Arbeitswelten den Mitarbeitern tatsächlich die versprochene Flexibilität und Kreativität bieten, wird sich erst im Alltag entscheiden. Der grEEn-campus ist ein großes Projekt mit großen Ambitionen. Ob es hält, was es verspricht, wird die Zukunft zeigen.

Fotos: Stellantis Germany GmbH

Wer ist an der Entwicklung des grEEn-campus beteiligt?

Opel, Stellantis Germany und der Projektentwickler VGP ziehen an einem Strang. Sie haben das Vorhaben gemeinsam auf den Weg gebracht und feierten nun das Richtfest. Die Stadt Rüsselsheim unterstützt das Projekt ebenfalls.

Wo genau entsteht der neue Campus?

Das Gelände befindet sich an der Mainzer Straße in Rüsselsheim. Dort wird die neue globale Opel-Zentrale sowie die Deutschlandzentrale von Stellantis errichtet.

Wie groß ist das Bauprojekt insgesamt?

Die Grundstücksfläche umfasst 114.000 Quadratmeter. Darauf verteilen sich ein Verwaltungsgebäude mit rund 23.000 Quadratmetern, ein Forschungs- und Entwicklungsgebäude inklusive Designzentrum mit etwa 36.000 Quadratmetern sowie ein Parkhaus mit ungefähr 55.000 Quadratmetern.

Bis wann soll der Campus fertiggestellt sein?

Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan. Der Rohbau der zentralen Gebäudeteile ist weitgehend abgeschlossen, nun folgt abschnittsweise der Innenausbau. Die Fertigstellung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit bei diesem Projekt?

Eine große. Der gesamte Campus wird nach der DGNB-Zertifizierung in Gold streben. Besonderes Augenmerk liegt auf der Reduzierung der CO₂-Emissionen während der Konstruktion – dem sogenannten Embodied Carbon. Zudem werden Baustoffe verwendet, die eine gute Innenraumqualität sicherstellen sollen.

Wie wird der Campus mit Energie versorgt?

Die Energieversorgung erfolgt über eine Photovoltaikanlage, die in ein Gründach integriert ist. Die Dachbegrünung selbst fördert die Biodiversität, verbessert das Mikroklima und unterstützt die Kühlung der Gebäude. Ergänzt wird das Konzept durch ein oberflächennahes Geothermiesystem unter dem künftigen Parkhaus – eine der größten Anlagen dieser Art in Deutschland. Es nimmt Wärme aus dem Boden auf, speichert sie und versorgt in Verbindung mit hocheffizienten Wärmepumpen die Gebäude ganzjährig mit Heiz- und Kühlenergie. Der dafür benötigte Strom stammt größtenteils von der Photovoltaikanlage vor Ort.

Was wird im Verwaltungsgebäude untergebracht?

Dort befinden sich künftig die Unternehmenszentrale von Opel und die Deutschlandzentrale von Stellantis. Es entstehen moderne Arbeitsplätze, die flexibles Arbeiten und Teamarbeit unterstützen sollen.

Was passiert im Forschungs- und Entwicklungsgebäude?

Neben dem Designzentrum werden dort alle Opel-Modelle designt und entwickelt. Auch hier wird Wert auf moderne, flexible Arbeitsumgebungen gelegt.

Warum ist das Projekt für Rüsselsheim bedeutend?

Die Stadt sieht darin ein starkes Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung. In einer Zeit tiefgreifender Veränderungen in der Automobilindustrie sendet diese Investition ein wichtiges Signal für den Standort. Sie zeigt das Potenzial für Innovationen, hochwertige Arbeitsplätze und wirtschaftliche Stärke.

In welchem übergeordneten Rahmen steht der grEEn-campus?

Das Projekt ist ein Leuchtturmvorhaben der „Made for Germany“-Initiative. Dahinter haben sich führende Unternehmen und Investoren aus verschiedenen Branchen zusammengeschlossen, um eine starke, erfolgreiche und zukunftsfähige Wirtschaft in Deutschland zu fördern.

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